Auf der Arabischen Halbinsel gehört die Dattel zu den Hauptanbauprodukten. Hier preist ein Händler in Dubai seine Ware an. Foto: pixabay

Kein anderes Lebensmittel ist während des Ramadan, der heute begonnen hat, so beliebt wie die Dattel. Zum einen hat das einen islamisch-historischen Hintergrund, zum anderen aber sind die Früchte der Dattelpalme aus ernährungsphysiologischer Sicht sehr wertvoll. Hier sind vier Gründe, warum Datteln generell auf den Speiseplan gehören – nicht nur im Fastenmonat.

Kein neuer Trend: Wir essen Datteln seit 6000 Jahren

Gegner des industriell hergestellten weißen Zuckers haben die Wüstenpflanze zwar jüngst für sich entdeckt und verwenden es als gesunde Alternative in der Küche. Doch die Dattelpalme ist keine Entdeckung der Neuzeit. Historischen Dokumenten zufolge wird sie seit etwa 6000 Jahren als Nahrung verwendet und ist damit eine der ältesten Kulturpflanzen des Menschen. Höchstwahrscheinlich stammen Datteln aus dem alten Mesopotamien (Südirak) oder Westindien. 

Über die Jahrtausende haben die Menschen zahlreiche Varianten gezüchtet. Mehr als 200 Sorten sind bekannt, zu denen beispielsweise „Ajwa“, „Sukhary“, „Sabaka“ und „Munifi“ gehören. Das ist auch der Grund, warum die Fruchtfarbe von Rot bis Schwarz variiert. „Ajwa“ ist übrigens die Sorte Dattel, die nur in Medina in Saudi-Arabien kultiviert wird. In jener Stadt, wo sich das Grabmal des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) befindet. Zu den größten Produzenten zählen Ägypten, Saudi-Arabien und Iran. Diese Länder produzieren jährlich mehr als 1,2 Millionen Tonnen Datteln. 

Schon der Prophet Muhammad empfahl Datteln

Die Früchte der Dattelpalme haben einen wichtigen Platz in der islamischen Religion, besonders während des heiligen Monats Ramadan: Dann werden sie zum Fastenbrechen verwendet. Den Überlieferungen zufolge aß Muhammad (Friede sei mit ihm) oft Datteln und empfahl das auch den Muslimen. Auch der Koran geht in der Sure „Maryam“ auf die Frucht ein. Maryam (Maria) war schwanger und erwartete einen Sohn, den späteren Propheten Jesus (Friede sei mit ihm). Die Geburtswehen trieben sie zum Stamm einer Dattelpalme. Sie sagte: „Oh wäre ich doch bloß gestorben und wäre ganz und gar vergessen!”. Sie hörte eine Stimme: „Sei nicht traurig. Dein Herr hat dir ein Bächlein fließen lassen. Schüttle den Stamm der Palme in deine Richtung und sie wird frische reife Datteln auf dich fallen lassen. Iss also und trink und lass dein Auge sich freuen! “ (Koran 19: 23-26). 

Süß, süßer, Datteln: Bye bye, Industriezucker!

Nicht ohne Grund werden Datteln als Ersatz für Haushaltszucker verwendet. Denn sie enthalten von Natur aus viel Zucker und sind daher ein idealer Energielieferant. So können sie pur als Snack für zwischendurch gegessen werden und eignen sich auch perfekt bei einer Heißhungerattacke. Beliebt sind sie auch in Kombination mit verschiedensten Nüssen. Auch bei der Herstellung von Desserts erfreuen sich die Früchte aus dem Orient zunehmender Beliebtheit. Trotz allem gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift. Auch wenn Datteln den „bösen“ Industriezucker ersetzen können und eine bessere Alternative zu Schokolade (ca. 550 kcal/100 g) darstellen, sind die Früchte aufgrund ihres Zuckergehaltes dennoch kalorienreich (ca. 285 kcal/100 g).

Datteln enthalten gesunde Inhaltsstoffe

Datteln enthalten kaum Fett und sind dafür sehr kohlenhydrat-, vitamin- und mineralstoffreich. So enthalten sie unter anderem Kalium, Magnesium, Calcium, Eisen und Phosphor, die wichtig für die menschliche Ernährung sind. Aber auch der hohe Anteil an Ballaststoffen und Antioxidantien macht die Früchte so gesund. Ballaststoffe sind unverdauliche Faserstoffe, die für ihre positive Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt bekannt sind. So können sie beispielsweise dabei helfen, Verstopfungen vorzubeugen. 

Antioxidantien haben die Funktion, die Zellen vor freien Radikalen zu schützen, die krankmachende Prozesse im Körper hervorrufen beziehungsweise begünstigen und zu Krankheiten führen können. Laborexperimente zeigen außerdem, dass Datteln auch leber- und nierenschützend wirken sowie entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen.

Ihr habt weitere Gründe? Kommentiert den Beitrag auf unserer Facebookseite, wo es heute Nachmittag auch noch ein Gewinnspiel geben wird, bei dem ihr euch köstliche Medjoul-Datteln sichern könnt. In jedem Fall wünscht die Redaktion allen Muslimen einen gesegneten Ramadan mit viel Kraft, Geduld und Gesundheit!