02.03.2020, Saudi-Arabien, Mekka: Ein Pilger posiert für ein Foto vor der Kaaba in der Heiligen Moschee, während der kleinen Pilgerfahrt, bekannt als Umrah. An der heiligsten Stätte des Islam kam es aufgrund der von Saudi-Arabien eingeführten Restriktionen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus zu weitaus weniger Menschenmassen als üblich. Foto: Amr Nabil/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Türkei hat aus Sorge vor der Ausbreitung des Coronavirus rund 10 000 Pilger unter Quarantäne gestellt. Das teilte der türkische Jugend- und Sportminister Mehmet Kasapoğlu am Sonntag mit. Zuvor hatte bereits Gesundheitsminister Fahrettin Koca auf Twitter mitgeteilt, dass Menschen, die von der kleinen islamischen Pilgerfahrt nach Mekka (Umrah) zurückgekehrt waren, unter Quarantäne gestellt wurden. Koca hatte jedoch keine Anzahl genannt.

Die Betroffenen werden in drei Studentenwohnheimen der Hauptstadt Ankara und zwei im zentraltürkischen Konya untergebracht. Bei Anzeichen einer Erkrankung werden sie nach Angaben des Gesundheitsministers in ein Krankenhaus verlegt und getestet. Wegen der am Donnerstag angeordneten vorübergehenden Schließung der Universitäten sind die Wohnheime kaum belegt. Jugendminister Kasapoğlu sagte, die verbleibenden Studenten seien verlegt worden.

Bislang sechs bestätigte Infizierungen in der Türkei

Der Präsident der Religionsbehörde Diyanet, Ali Erbaş, hatte in der Nacht erklärt, es würden am Sonntag die letzten 5300 Rückkehrer von der Pilgerreise erwartet. Der Sender CNN Türk zeigte zahlreiche Busse mit Pilgern, die an den Wohnheimen ankamen. Fahrer wie Passagiere trugen Schutzmasken.

Die Türkei hat bislang sechs Covid-19-Erkrankungen gemeldet. Davon gehören fünf einer Familie an. Zudem wurde ein heimgekehrter Pilger am Samstag positiv getestet. Saudi-Arabien hatte bereits Ende Februar die Grenzen für Pilgerreisen von Ausländern in die Städte Mekka und Medina geschlossen. Die türkischen Behörden machten keine Angaben dazu, wann die Pilger nach Saudi-Arabien gereist waren.

Derweil verstarb ein Pilger nach seiner Rückreise in die Türkei. Dabei handelt es sich um den Vater der türkischen Journalistin Esra Elönü, wie diese auf Twitter bestätigte. Ob er sich mit dem Virus infiziert hat oder nicht, werde derzeit untersucht. Elönü teilte mit, dass ihr Vater Anzeichen einer schweren Erkältung aufgewiesen habe, der Test aber negativ ausgefallen sei. Eine offizielle Bestätigung dafür liegt noch nicht vor.