Ditib Muslime Corona Spenden.
Foto: ditib-wuppertal.de/

Der Ramadan im Jahr 2020 wird anders sein. Die Coronavirus-Pandemie hat auch das muslimische Leben stark verändert. Doch muslimische Vereine zeigen sich kreativ und leben den Fastenmonat unter Beachtung aller Vorgaben der Gesundheitsbehörden aus.

Im Ramadan ist das gemeinsame Fastenbrechen, der Iftar, unter Muslimen weit verbreitet. Zu Normalzeiten treffen sich Muslime, um das Fastenbrechen gemeinsam zu begehen. Sehr beliebt sind auch größere Fastenbrechen in Moscheen, zu denen in den letzten Jahren auch vermehrt Nicht-Muslime eingeladen werden. Doch die Coronavirus-Pandemie verändert in diesem Jahr auch den muslimischen Fastenmonat. Sämtliche Veranstaltungen fallen aus. Selbst Familien können sich in diesem Jahr aufgrund der Pandemie nicht zum Fastenbrechen treffen. Auch die optionalen Tarawih-Gebete im Anschluss an den Iftar entfallen.

Um die essentiellen Elemente des Ramadan sichtbar zu machen, werden Muslime aber in diesem Jahr besonders kreativ. So finden tägliche Koranrezitationen (Muqabala), die üblicherweise in größeren Runden in den Moscheen stattfinden, in diesem Jahr digital statt.

Ditib Wuppertal will „wuppen“ und Iftar-Mahlzeiten verteilen

Und auch für die ausfallenden gemeinsamen Iftar haben sich Muslime etwas einfallen lassen. Die Wuppertaler Ditib-Moschee beispielsweise macht mit der Aktion „Wir wuppen …“ auf sich aufmerksam. Mit der Solidaritätsaktion will die Wuppertaler Moschee, die dieses Jahr „30 Jahre Ramadan an der Gathe“ feiert, Bedürftige, Ältere sowie Studierende mit warmen Mahlzeiten zum Fastenbrechen versorgen.

Dabei sollen 300 warme Portion-Pakete während des Ramadans verteilt werden. „Weder auf die Nächstenliebe noch auf das Jubiläum wollen wir wegen dem Virus verzichten. Umso wichtiger ist es für uns das Jubiläum in dieser Krise auf eine unvergessliche Weise auszuleben“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde. Wer die Gemeinde bei dieser Aktion unterstützen möchte, kann dies hier tun.

Ditib Muslime Corona Spenden.
Foto: ditib-wuppertal.de/

Berliner Forum Dialog will regional und international unterstützen

Auch der Berliner Verein „Forum Dialog“ plant eine ähnliche Aktion. „Aufgrund der außergewöhnlichen Umstände in der Corona-Zeit haben wir uns ein besonderes Format für diesen Ramadan überlegt, wodurch wir unser Motto „Teilen“ weiterhin beleben und erleben können“, heißt es auf der Webseite des Vereins. Der Ramadan sei nicht nur die Zeit, in der Muslime Gäste beim Fastenbrechen begrüßen würden, „sondern auch die Zeit, in der sie Bedürftige unterstützen. Deshalb werden unsere Gastgeberinnen und -geber, die in den letzten Jahren mit unserer Aktion Sharing Ramadan Gäste in ihren Gärten oder Ihrem Zuhause zum Fastenbrechen empfingen, dieses Jahr diese schöne Tradition des Teilens als Spende für Hilfsbedürftige fortsetzen“, wie der Verein mitteilt. Gemeinsam mit der Hilfsorganisation Time to Help e.V. wolle man Essensmahlzeiten an hilfsbedürftige Länder sowie regionale gemeinnützige Organisationen wie beispielsweise die Tafel unterstützen. Diese Aktion kann man über diesen Link unterstützen.

Gülen-Bewegung Ramadan Corona.
Foto: forumdialog.org

Ramadan-NRW in diesem Jahr digital

In Nordrhein-Westfalen will die Initiative Ramadan-NRW mehrere Veranstaltungen organisieren. So sollen online Tee-Gespräche und Begegnungen organisiert sowie Freundschaftspakete versandt werden. Im vergangenen Jahr luden viele Muslime nach einem Aufruf der Initiative viele Nicht-Muslime zum Fastenbrechen zu sich nach Hause ein. Zu den Aktionen von Ramadan-NRW hierzu gelangen Sie über diesen Link.

Der Ramadan geht dieses Jahr bis zum 23. Mai.