Deutscher Botschafter in Ankara zum Gespräch gebeten

Der deutsche Botschafter Martin Erdmann ist zum Gespräch ins türkische Außenministerium gebeten worden. Da Erdmann nicht in Ankara sei, habe der Gesandte

den Termin am Freitag wahrgenommen, hieß es aus deutschen diplomatischen Kreisen. «Es war ein normales Gespräch, keine formale Einbestellung. Eine Einbestellung hat nicht stattgefunden.» Die Einbestellung eines Botschafter ist eines der schärfsten Instrumente des diplomatischen Protests, deutlich schärfer als die Bitte zum Gespräch.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte am Freitag in Berlin: «Unser Gesandter in Ankara war heute zu einem einstündigen Gespräch im türkischen Außenministerium.» Das Gespräch habe «in freundlicher Atmosphäre» stattgefunden. Von türkischer Seite sei dabei «der Umgang einiger europäischer Staaten mit möglichen PKK-Anhängern oder auch führenden Köpfen der PKK» angesprochen worden.

Türkei fordert härteres Vorgehen gegen PKK

Die Türkei fordert seit langem ein härteres Vorgehen von EU-Staaten gegen die Terrororganisation PKK. Die PKK steht in der EU, den USA und der Türkei auf der Liste der Terrororganisationen.

Das Verhältnis zwischen der Türkei und Deutschland ist seit langem angespannt. Wegen der Spannungen wurde Erdmann in seiner gut zweieinhalbjährigen Amtszeit 20 Mal einbestellt, mehr als jeder andere Botschafter in Ankara.

dpa/dtj

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