Das weltberühmte Gemälde von Leonardo Da Vinci: Das letzte Abendmahl - Fasten im Christentum unterscheidet sich von der Fastenzeit im Islam. Quelle: Shutterstock

Aschermittwoch fiel in diesem Jahr auf den 26. Februar. Dieser besondere Tag läutet die Fastenzeit von Christen ein. Das Fasten im christlichen Glauben unterscheidet sich von jenem im Islam. Muslime fasten einen Monat, Christen hingegen 40 Tage. Woher kommt das Fasten im Christentum eigentlich?

Ursprünge des christlichen Fastens

Die Fastenzeit dient als Vorbereitung auf das wichtigste Fest der Christenheit: die Auferstehung Jesu. Die meisten werden dieses Fest viel mehr als Ostern kennen. Richtig, wenn die Ostereier bemalt und versteckt werden, ist die heiligste Zeit für Christen gekommen. Sie wird auch als Passionszeit bezeichnet. Erinnern soll die insgesamt 40 Tage andauernde Fastenzeit an das Fasten Jesu. Der Legende nach fastete auch Jesus ganze 40 Tage in der Wüste. Doch verglichen mit Muslimen verzichten die Christen anders.

Wie, auch kein Alkohol?

Jeder Muslim kennt diese sich jährlich wiederholenden Fragen an Ramadan. „Wie, auch kein Wasser trinken?“ „Und was ist mit Rauchen?“ „Wie bitte, auch kein Sex?“ Für jene, die nicht fasten, kaum vorstellbar, tagsüber bzw. überhaupt auf diese Dinge zu verzichten. Muslime jedoch kennen das und sind nach jahrelangem Training abgehärtet. Viele freuen sich sogar auf diese religiös begründete Form des Intervallfastens, um es in modischem Fachjargon auszudrücken. Denn der vorübergehende Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit sowie Rauchen und andere Gewohnheiten führt zu einer Regeneration von Geist und Körper. Doch um den Spieß einmal umzudrehen, stellen auch mal Muslime fastenden Christen ähnliche Fragen. „Wie, auch kein Alkohol an Ostern?“, könnte eine lauten.

Unterschiede zwischen den Konfessionen

Achtung. Nicht alle Christen fasten. Also eigentlich ähnlich wie bei Muslimen auch. Es ist eine sehr individuelle Entscheidung. Typisch Religionen eben. Aber einen entscheidenden Unterschied jedoch machen die christlichen Konfessionen. Im Gegensatz zu den Katholiken und Orthodoxen ist das Fasten bei Protestanten keine sakrale Verpflichtung. Sakrale Verpflichtungen im Christentum kann man in etwa mit den sogenannten „farz“ im Islam vergleichen. Doch wie in allen Religionen auch ist das Fasten in allen Konfessionen des christlichen Glaubens letztlich eine Angelegenheit des freien Willens.

Bewusst verzichten

Nicht alle fastenden Christen gestalten ihre Fastenzeit so intensiv. Ursprünglich war die christliche Fastenzeit darauf fokussiert, möglichst einfache Nahrung zu verzehren. Dies ist auch heute noch sehr gängig. Doch konkreter Verzicht auf bestimmte Genüsse, die einem besonders wichtig sind, gehören heute zum beliebten Standard. Viele verzichten während der Fastenzeit deshalb beispielsweise auf Fleisch, Alkohol, Süßigkeiten oder Rauchen. Dieses Jahr wurde gar unter dem Eindruck der Klima-Debatte ein Verzicht aufs Autofahren angeregt.

Gründonnerstag durch Gemälde weltbekannt

Gründonnerstag. Dieser Tag ist die deutschsprachige Bezeichnung für den fünften Tag in der heiligen Woche und zählt zu den drei Kartagen. Gründonnerstag gedenken gläubige Christen an den Propheten Jesus. Laut christlicher Liturgie war Gründonnerstag der letzte Tag des Propheten vor dem Prozess der Kreuzigung. Während die allermeisten Muslime daran glauben, dass anstelle des Propheten Jesus eine andere Person, genauer genommen sein Verräter Judas Iskariot gekreuzigt wurde, ist es „die Glaubenswahrheit“ im Christentum schlechthin, dass Jesus gekreuzigt wurde und anschließend wieder auferstanden ist. Gründonnerstag ist mit einem bekannten Gemälde bei Millionen von Menschen, bewusst oder unbewusst, abgespeichert. Das Abendmahl des italienischen Malers Leonardo da Vinci ist eines der berühmtesten Wandgemälde der Welt und stellt das letzte Abendmahl Jesus mit seinen zwölf Aposteln dar.

Wann endet die Fastenzeit?

Offiziell endet die christliche Fastenzeit in diesem Jahr am 9. April, also an Gründonnerstag. Das Ende von Ostern hingegen findet am Ostersonntag statt. Zwar ist die Rede von 40 Fastentagen, doch nur weil die Sonntage nicht mitgezählt werden. Im Grund dauert die gesamte Fastenzeit 46 Tage.

Geschenke an Ostern

Ostergeschenke sind durchaus gängig. Sie gehören eigentlich zu Ostern wie das Ei zum Osterhasen. Der Schoko-Osterhase oder Schoko-Ostereier gehören zu den am weitesten verbreiteten Geschenken an Ostern. Aber auch größere Geschenke werden in unserer heutigen Konsumgesellschaft immer beliebter. Neben Geschenken wie an Weihnachten gibt es in der Osterzeit auch viele Urlaubsgeschenke, da man im April mit guten Wetterverhältnissen rechnen kann. Aber Muslime können ihren christlichen Freunden gerne noch einen Osterhasen aus Schokolade schenken und „Frohe Ostern“ oder „Frohes Fest“ wünschen. Gewöhnlich, gut und günstig.