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Corona

Corona-Test wird für Türkei-Urlauber Pflicht

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Corona Test Türkei Urlauber

Urlaub in der Türkei und anderen Corona-Risikogebieten? Bislang war das mit strengen Auflagen verbunden. Jetzt gibt es die ersten Corona-Teststellen an deutschen Flughäfen. Der Corona-Test für Urlauber soll bald verpflichtend werden.

Urlauber, die aus Corona-Risikogebieten nach Deutschland einreisen, sollen bald nach ihrer Rückkehr auf das Virus getestet werden. Dies kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereits am Montag an. Am Samstag waren an einigen deutschen Flughäfen bereits entsprechende Teststellen eingerichtet. Wer sich hier testen ließ und ein negatives Ergebnis erhielt, konnte sich von der 14-tägigen häuslichen Quarantäne befreien.

Zwar können sich Urlauber aus Corona-Risikogebieten in ihren Urlaubsländern testen lassen, allerdings gab es in der Vergangenheit immer wieder Unklarheit darüber. Reisende berichteten, dass diese Tests nicht anerkannt worden seien und sie von ihren örtlichen Gesundheitsämtern die Anordnung für eine häusliche Quarantäne erhalten hätten.

Spahn: „Testen darf niemals eine Kostenfrage für den Einzelnen sein“

Der Test nach der Rückkehr soll jetzt laut Jens Spahn aber verpflichtend werden und kommende Woche in Kraft treten. Spahn sagte am Montagabend im ZDF „heute journal“ und in den ARD-„Tagesthemen“, diese Tests würden für alle kostenfrei sein. Das Testen dürfe „niemals eine Kostenfrage für den Einzelnen sein“ und auch „keine soziale Frage“, so der Bundesgesundheitsminister.

Risikogebiet Türkei? Kritik hält an

Das Robert-Koch-Institut (RKI) legt in einer Liste fest, welche Staaten als Risikogebiet mit einer erhöhten Corona-Infektionsgefahr gelten. Dabei wird vorrangig darauf geschaut, ob es in den jeweiligen Staaten in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Neben der Türkei sind unter anderem auch die USA, Afghanistan und Ägypten sowie das EU-Land Luxemburg auf dieser Liste.

Das Spanien und Italien nicht auf dieser Liste stehen, dafür aber die Türkei, verärgert viele Deutsch-Türken. Laut den Zahlen der Johns Hopkins University hat es in Spanien 37 Neuinfektionen pro 1 Millionen Einwohner in den letzten sieben Tagen gegeben. Für die Türkei liegt diese Zahl bei 11 (Stand 27.07.2020). Seit heute Vormittag rät das Auswärtige Amt immerhin auch von Reisen in Teile Spaniens, vor allem an die Ostküste, ab.

Auf eine Reaktivierung der formellen Reisewarnung für die stark betroffenen Regionen verzichtete das Ministerium zunächst. Ein solcher Schritt hätte Urlaubern die kostenlose Stornierung von Buchungen ermöglicht. Das Abraten von Reisen ist eine Stufe darunter.

Corona Zahlen Vergleich

Screenshot: rnd.de

 

Die Türkei kritisiert diese Haltung der Bundesregierung. „Eine solche Einstufung stimmt unseres Erachtens auf keinen Fall mit der objektiven Sachlage überein und die Türkei verdient nicht eine solche Klassifizierung“, erklärte die türkische Botschaft in Berlin. „Das Gleiche gilt selbstverständlich für die Reisewarnung.“

TUI-Chef fordert Lockerung für Touristengebiete

Auch der Vorstandschef des Reiseanbieters Tui, Fritz Joussen, hatte die Bundesregierung aufgefordert, die türkischen Urlaubsgebiete am Mittelmeer von der allgemeinen Reisewarnung freizustellen. Diese Regionen hätten „einen sehr hohen Sicherheits- und Qualitätsstandard.“

Türkei ergreift Maßnahmen mit Unterstützung deutscher Firmen

Tatsächlich hat die Türkei bereits sehr früh Maßnahmen in touristischen Regionen ergriffen. Schon bei der Ankunft am Flughafen wird die Temperatur gemessen und bei Verdacht oder Symptomen ein Corona-Test durchgeführt. Über das weitere Vorgehen entscheidet dann das türkische Gesundheitsministerium.

An den Pools gibt es abgepackte Handtücher und für Gastronomen und Hotels gibt es ein besonderes Zertifikationsprogramm, das den Betrieb ermöglicht. Dabei sind auch deutsche Firmen als Inspektoren im Einsatz.

Die Reisewarnung für die Türkei gilt derzeit bis zum 31. August 2020.

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