25.02.2020, Türkei, Ankara: Medizinisches Personal fährt in Schutzanzügen und Mundschutz in einem Krankenwagen. Foto: Mustafa Kaya/XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Trotz nur eines bestätigten Coronavirus-Falls hat die Türkei weitreichende Vorbeugungsmaßnahmen getroffen. Ab Montag seien die Schulen eine Woche lang geschlossen, danach werde eine Woche lang Fernunterricht abgehalten, teilte der Präsidentensprecher Ibrahim Kalın nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag mit.

Man habe zudem ab Montag für drei Wochen Universitätsferien angeordnet. Sportveranstaltungen finden demnach bis Ende April ohne Zuschauer statt. Beamte dürften nur mit einer speziellen Erlaubnis ins Ausland reisen.

Die Entscheidungen wurden in einer von Präsident Recep Tayyip Erdoğan einberufenen Sondersitzung beschlossen. Geplante Auslandsreisen des Präsidenten sollen verschoben werden.

Mann hat sich wohl in Europa angesteckt

Die Türkei hatte am Mittwoch den ersten Coronavirus-Fall gemeldet. Der Mann wurde nach offiziellen Angaben positiv auf das Virus getestet, nachdem er von einer Europareise zurückgekehrt war. Der Patient wurde isoliert, Details sind nicht bekannt.

Es wird vermutet, dass es im Land weitaus mehr Fälle gibt, diese aber noch nicht diagnostiziert werden konnten, da es nur wenige Testmöglichkeiten gebe. Offiziellen Angaben zufolge sind bisher nur 2000 Coronatests durchgeführt worden. Zum Vergleich: In Südkorea wurden laut der Deutschen Welle 140.000 Menschen getestet. Andererseits begann zum Beispiel die Fluggesellschaft Turkish Airlines bereits Ende Januar damit, umfassende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.