Erdogan Merkel und Trump
ARCHIV: Erdogan, Merkel und Trump hatten auch mal bessere Zeiten.

US-Präsident Donald Trump hat Verständnis für die Entscheidung der Türkei geäußert, das russische Raketenabwehrsystem S-400 zu kaufen. Er habe eine «sehr gute» Beziehung zu dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und die Situation sei sehr schwierig, sagte Trump am Dienstag während einer Kabinettssitzung auf Fragen von Journalisten. Die Türkei sei «gezwungen» worden, das russische System zu kaufen, da die demokratische Vorgängerregierung ihr nicht das amerikanische Patriot-System verkauft habe.

Der Republikaner übernahm damit ein Argument der türkischen Regierung. Zuvor hatte der designierte US-Verteidigungsminister Mark Esper die Entscheidung der Türkei, die S-400 zu kaufen, als «falsch und enttäuschend» bezeichnet. Bei einer Anhörung im US-Kongress betonte Esper, die Regierung in Ankara könne nicht beide Systeme haben.

Streit um Raketensystem seit Monaten

Der Kauf des russischen Systems sorgt seit Monaten für Streit zwischen den USA und der Türkei. Die Auslieferung hatte am Freitag begonnen. Washington befürchtet nach eigenen Angaben, dass Russland über das Radar des Waffensystems an Daten über die Fähigkeiten der neuen US-Kampfjets F-35 gelangt. Die Türkei ist Partner beim Bau der F-35 und soll etwa 100 Jets bekommen. Das Pentagon droht damit, die Türkei Ende Juli aus dem F-35-Programm zu werfen.

Trump sagte bei der Kabinettssitzung, es sei der Türkei nun verwehrt, über 100 Kampfjets zu kaufen, worüber der Rüstungskonzern Lockheed Martin «nicht gerade glücklich» sei. «Wir haben eine Situation, in der die Türkei sehr gut zu uns war, sehr gut, und wir sagen der Türkei jetzt, dass sie, weil sie gezwungen wurden, ein anderes Raketensystem zu kaufen, wir ihnen die F-35-Kampfjets nicht verkaufen.»

dpa/dtj