Handshake zwischen Dogu Perincek und Recep Tayyip Erdogan

Mehr als ein Jahr nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016, bei dem mehr als 250 Menschen ums Leben kamen, bleiben immer noch viele Fragen unbeantwortet. Eine Welle der Desinformation bestimmt die Debatte. Nun sorgt eine Äußerung von Dogu Perincek erneut für Verwirrung. Der Gründer der Vatan Partisi behauptet, die AKP habe bereits im Vorfeld von dem Putsch gewusst. Die Information sei durch die Russen an Melih Gökcek, den Oberbürgermeister von Ankara übermittelt worden. 

Dogu Perincek, ein militaristisch nationalistischer Greis und Gründer der Vaterlandspartei, sorgte in jüngster Vergangenheit mit seinen Behauptungen und Vorstößen für Aufruhr in der Türkei. So benannte Perincek zuletzt den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan als einen „islamischen Kemalisten“, da dieser sich wie kein anderer für die Interessen der türkischen Republik einsetze und sich gegen die imperialistischen Amerikaner aufstelle. Zudem fiel Perincek mit seinen Worten zum Referendum in der Türkei auf. In einer Videobotschaft aus China sagte Perincek: „Wenn sie beim Verfassungsreferendum für Erdogan stimmen, werden Sie Dogu Perincek gewählt haben, denn die AKP und Erdogan haben in vielen Themen den Standpunkt von Vatan Partei Vorsitzenden Dogu Perincek eingenommen“. (Lesen Sie mehr zum Thema: Wendehals Perincek)

Perincek: „Die AKP wusste schon im Vorfeld von dem Putsch“

Nun verkündete Perincek in einer Sendung bei Cem TV, die AKP habe schon im Vorfeld von dem Putsch Bescheid gewusst. „Als ich mit Aleksander Dugin, dem Sprecher des russischen Präsidenten Putin sprach, wurden wir über eine außerordentliche Vorbereitungen innerhalb des türkischen Militärs informiert. Wir haben ihn aufgefordert, dies der türkischen Regierung mitzuteilen. Er erwiderte daraufhin, bei seinem letzten Ankara Besuch mit dem AKP-Oberbürgermeister Melih Gökcek davon berichtet zu haben“. Aus diesem Grund behauptet Dogu Perincek, dass die AKP Regierung bereits im Vorfeld von dem Putsch Bescheid gewusst haben muss.

Melih Gökcek und Recep Tayyip Erdogan – Wie die Weggefährten abgesägt werden

Der langjährige Oberbürgermeister der türkischen Hauptstadt Melih Gökcek ist ein aktuelles Problem des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Aus einstigen Weggefährten sind im Augenblick verbitterte Kontrahenten geworden. Während der türkische Präsident die Führungsriege der Türkei neu aufstellen möchte, will er noch mehr seiner ehemaligen Weggefährten auf den politischen Abstellgleis führen. Nach Altpräsident Abdullah Gül, Bülent Arinc, ex-Ministerpräsident Ahmet Davutoglu, Ali Babacan soll es nun die alteingesessenen AKP-Oberbürgermeister treffen. Erdogan fordert öffentlich von Melih Gökcek dessen Rücktritt, geleit dem Vorbild Kadir Topbas, der bereits sein Amt als Oberbürgermeister von Istanbul aufgegeben hat. Sonst, so ein bedrohlich klingender Recep Tayyip Erdogan während einer Pressekonferenz mit dem Präsidenten von Nigeria, würden Notwendige Maßnahmen ergriffen werden, da die verantwortlichen Stellen innerhalb der Partei bereits zu einem endgültigen Entschluss gekommen seien. „Sie kriegen schon irgendeine andere Aufgabe“. (Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Recep Tayyip Erdogan wartet auf Rücktritt von Melih Gökcek)

Melih Gökcek soll sich gegen Recep Tayyip Erdogan mit sensiblen Daten abgesichert haben – Folgt ein interner Krieg?

Der Journalist Fatih Altayli, der für seine Interviews mit dem Nationalisten Dogu Perincek bekannt ist, sieht bei den Oberbürgermeistern der AKP, deren Rücktritte gefordert werden, keine Chance auf Widerstand. „Die AKP hat mit FETÖ einen Ass im Ärmel. Die Oberbürgermeister haben keine Chance“. Derweil verlautbaren Journalisten und türkische Nachrichtenseiten, dass hinter den Kulissen darüber gesprochen werde, Melih Gökcek habe sich gegen Recep Tayyip Erdogan mit sensiblen und vertraulichen Daten abgesichert. Melih Gökcek soll wichtige Informationen gestreut haben, um sich unantastbar zu machen. Die Daten sollen auf unterschiedliche, voneinander unabhängige und gegenseitig unbekannte Personen verteilt worden sein. Dies diene zur Absicherung der Gökcek Familie. Die Drohung laute: „Wenn wir verraten werden, landen die Daten im Internet“.

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