Nicht nur die Zahl der Asylbewerber aus der Türkei hat laut „Nordwest-Zeitung“ (Mittwoch) mit 1.016 einen Höchststand erreicht. Auch der Anteil derjenigen, die nicht abgewiesen werden, lag im September so hoch wie nie in den vergangenen zwei Jahren und erheblich höher als noch im August, wie die Zeitung unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken berichtet.

Demnach stieg die Gesamtschutzquote für türkische Asylbewerber im September auf 36,6 Prozent und damit um 10,3 Punkte über den Vormonatswert. Im März, also vor dem Verfassungsreferendum in der Türkei, hatte die Gesamtschutzquote noch bei 8,7 Prozent gelegen. Die bereinigte Schutzquote, die nur die inhaltlich geprüften Anträge umfasst, stieg im September sogar auf 43,9 Prozent.

Positive Asylanträge von Türken verdoppelt

Der Anteil der schutzsuchenden Türken, deren Antrag positiv beschieden wird, habe sich damit seit April mehr als verdoppelt, so die Zeitung. Noch drastischer falle der Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus. So lag die Gesamtschutzquote dem Bericht zufolge in den Monaten Januar bis September 2016 bei 6,6 Prozent. In den ersten neun Monaten dieses Jahres stieg sie auf 24,6 Prozent. Bei der bereinigten Schutzquote ging es von 15,7 auf 33,7 Prozent nach oben.

Zuvor hatte das Bundesinnenministerium bereits mitgeteilt, dass auch die Zahl der Asylsuchenden aus der Türkei in den vergangenen Monaten von 433 im Juni über 620 im Juli und 962 im August auf 1.016 im September stieg.

„Die immer höhere Zahl der Asylbewerber und die größere Quote von anerkannten Flüchtlingen trägt der systematischen Verfolgung von Andersdenkenden in der Türkei und der Zerstörung des Rechtsstaats dort Rechnung“, sagte die außenpolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, Sevim Dagdelen. Die Bundesregierung müsse beim bevorstehenden EU-Gipfel den Weg für eine Suspendierung der EU-Beitrittsgespräche ebnen.

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KNA/dtj