Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu (M) Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

In den Schweizer Alpen hat am Mittwoch ein neuer Vorstoß zur Überwindung der Teilung Zyperns begonnen. Unter UN-Vermittlung verhandeln Vertreter der griechisch- und der türkischstämmigen Zyprer sowie die Außenminister Griechenlands, der Türkei und Großbritanniens darüber, wie eine Föderation mit zwei Bundesstaaten verwirklicht werden kann.

Die Gespräche laufen auf verschiedenen Ebenen: Die Zyprer sprechen unter sich über Fragen wie etwa den genauen Grenzverlauf oder die Entschädigung für Vertriebene. Mit den Garantiemächten Türkei, Griechenland und Großbritannien, der ehemaligen Kolonialmacht, geht es um Sicherheitsfragen.

Zypern-Konferenz am 28.06.2017 in Crans-Montana (Schweiz). Links sitzt die Delegation der türkischstämmigen Zyprer und der Türkei, in der Mitte die der Vereinten Nationen und rechts die der Griechischen Zyprer und der Griechen. Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa +++(c) dpa – Bildfunk+++

Alle sind militärisch auf Zypern präsent, wobei die Türkei mit 35 000 Truppen das weitaus größte Kontingent auf der Insel hat. Die griechischen Zyprer verlangen den Abzug der Türken, die Türkei will die Sicherheit der türkischen Zyprer, die in der Minderheit sind, aber weiter mit Soldaten gewährleisten.

Blick auf die türkische Delegation mit dem türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu (2.v.l.) und die türkisch-zyprische Delegation mit dem Präsident der Türkischen Republik Nordzypern, Mustafa Akinci (2.v.r) Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Wie sieht ein geeintes Zypern aus? EU oder nicht EU?

Eine weitere Frage steht derweil im Raum. Was passiert mit Zypern im Falle der Einigung? Zypern ist de Facto EU Mitglied, Griechenland ebenso, die Türkei aber nicht. Wenn Zypern im Falle der Einigung Mitglied der EU wird, kommt dann auch die Türkei schneller in die EU, oder wird sie auf Vorrechte verzichten müssen? Ein runder Tisch in der Schweiz, an dem auch Großbritannien mit sitzt und viele offene und ungeklärte Fragen, die alle auch nach friedlichen Gesprächen genug Konfliktpotential in sich tragen.

Zwar drängen die Parteien auf eine schnelle Einigung und auch die Bevölkerungsgruppen beider Seiten haben mittlerweile ein größeres Interesse an einer Vereinigung, als es in der Vergangenheit war, aber eine schnelle Einigung könnte für die Zukunft ungeklärte Hürden mitschleppen.

Drei Frauen, die die Wiedervereinigung Zyperns fordernFoto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

dpa/dtj