Der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat heute in Moskau mitgeteilt, dass sich der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan wegen des Abschusses eines russischen Kampfjets bei Putin entschuldigt habe.

„Der Staatspräsident Putin hat einen Brief vom türkischen Staatspräsidenten Erdoğan erhalten. Darin versichert dieser, dass er die Situation, die nach dem Abschuss des russischen Militärflugzeugs entstanden ist, wieder gutmachen wolle“, erklärte Putin-Sprecher Dmitri Peskow. Wie türkische Medien berichten, ist in dem auf russisch verfassten Brief die Rede von ‚Izvinitye‘, was übersetzt „Entschuldigung“ bedeutet. Das Präsidialamt in Ankara bestätigte, dass es einen Brief an den Kreml verfasst habe, sagte jedoch zunächst nichts über den Inhalt. Später bestätigte Erdoğan-Sprecher Ibrahim Kalın, dass in dem Brief der Ausdruck „Kusura bakmasınlar“ – zu übersetzen Bedauern oder Entschuldigen – verwendet wurde. Ob es sich um den gleichen Brief handelt, von dem bereits vor einigen Wochen die Rede war, wurde nicht bekannt.

Nach dem Abschuss des russischen Kampfjets Anfang November des vergangenen Jahres sagte Erdoğan in einem Interview mit CNN International, dass die Türkei sich nicht entschuldigen werde: „Diejenigen, die unsere Lufthoheit verletzt haben, sollen sich bei uns entschuldigen“, hieß es damals aus dem Munde des türkischen Staatspräsidenten zum Zwischenfall, bei dem ein russischer Pilot ums Leben kam.

Wie es um die Einzelheiten steht, ist nicht ganz ersichtlich, doch nach dem Abkommen mit Israel wird deutlich, dass die Türkei nun auch Schritte Richtung Kreml unternimmt. Der türkische Ministerpräsident Binali Yıldırım etwa sagte heute in Ankara, dass auch eine Normalisierung in den Beziehungen zu Russland beabsichtigt sei: „Es sind gute Entwicklungen, über die wir Sie in naher Zukunft informieren werden“, sagte er gegenüber Journalisten.