Die Bundesanwaltschaft hat gegen Mitglieder der rechtsextremen „Bürgerwehr FTL/360“ aus dem sächsischen Freital offiziell Ermittlungen wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung aufgenommen. Das hat die Bundesanwaltschaft auf eine ARD-Anfrage hin bestätigt. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt.

Bislang hatte in dem Fall die Generalstaatsanwaltschaft Dresden ermittelt. Der aus fünf Männern und einer Frau bestehenden sogenannten Bürgerwehr wird vorgeworfen, Angriffe auf Asylunterkünfte und Flüchtlingsunterstützer geplant und verübt zu haben.

Anfang November und zuletzt im März waren bei zahlreichen Razzien in Wohnungen in Freital und Dresden Sprengmittel und Nazi-Devotionalien gefunden worden. Auch Computer wurden sichergestellt. Die Ermittlungen führte das Sonderdezernat politisch motivierte Kriminalität (PMK) bei der Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen (Ines), in der Staatsanwaltschaft und das für Extremismus zuständige Operative Abwehrzentrum (OAZ) der Polizei zusammenarbeiten. Das PMK soll mögliche rechte Strukturen im Zusammenhang mit fremdenfeindlicher Kriminalität in Sachsen aufdecken.

Freital, das nur wenige Autominuten von Dresden entfernt liegt, hatte im Sommer vergangenen Jahres bundesweit Schlagzeilen gemacht: Wochenlang demonstrierten Fremdenfeinde vor einem Flüchtlingsheim in einem ehemaligen Hotel. Immer wieder kam es zu Angriffen und Anschlägen auf Asylbewerber und ihre Unterstützer.