Bei einem Terroranschlag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu haben am Mittwoch ein Lehrer und eine Lehrerin des türkischen „Bedir-Gymnasium“ („Bedir Türk Lisesi“) ihr Leben verloren. Sechs weitere Personen wurden bei dem Anschlag auf einen Service-Bus der Schule zum Teil schwer verletzt, darunter 4 Kinder mit türkischer Staatsangehörigkeit. Der Servicebus war gerade auf dem Weg zur Schule, als Unbekannte das Fahrzeug mit Feuerwaffen angriffen. Bisher hat sich keine Terrorgruppe zu dem Anschlag bekannt.

Bei den beiden Getöteten handelt es sich um den Türken Hıdır Çalka und die Aserbaidschanerin Kemale Ismailova. Ihre sterblichen Überreste wurden mit einem Linienflug der Turkish Airlines von Mogadischu in ihre Heimat übersandt. Aus Sicherheitsgründen wurde zur Abholung der Getöteten und Verletzten kein Ambulanzflugzeug eingesetzt.

Hıdır Çalka wurde am Wochenende in Istanbul beigesetzt. Der studierte Mathematiker war 36 Jahre alt und Vater von zwei Kindern. Er unterrichtete in Somalia am Horn von Afrika seit sechs Monaten, nachdem er zuvor acht Jahre lang Dienst in Kenia geleistet hatte. Sein Vater Mehmet Çalka erzählte türkischen Medien, dass sein Sohn sie nach Somalia eingeladen hatte und die Familie vor hatte, ihn in diesem Sommer zu besuchen. An der Beerdigungszeremonie in Istanbul nahmen auch Studenten aus Somalia teil. Kemale Ismailova, die Türkisch-Lehrerin war wurde in Baku beigesetzt. Das Bedir-Gymnasium in Mogadischu gehört zum Bildungsnetzwerk der sogenannten Hizmet-Bewegung des muslimischen Predigers Fethullah Gülen.

Somalia gilt seit über 20 Jahren als Failed State. Seit 1991 herrscht in der Republik am Horn von Afrika Bürgerkrieg. Die ab dem Jahr 2000 mit Hilfe der UN gebildeten Übergangsregierungen haben selten mehr als die Hauptstadt Mogadischu unter ihrer Kontrolle gehabt. Im größten Teil des restlichen Landes herrschen De-Facto-Regimes von Warlords, Clans, extremistischen Milizen wie der Al-Schabaab und Piraten.