Die türkische Polizei hat den mutmaßlichen Mörder des russischen Piloten Oleg Peschkow verhaftet. Der türkische Staatsbürger Alparslan Çelik wurde gestern Abend zusammen mit 13 anderen Personen in einem Restaurant in Izmir festgenommen. Peschkow war am 24. November 2015 von der türkischen Luftwaffe an der türkisch-syrischen Grenze abgeschossen worden, weil er nach türkischer Darstellung den Luftraum der Türkei verletzt hatte. Der Abschuss führte zu einer diplomatischen Krise zwischen der Türkei und Russland, die die Beziehungen der beiden Länder bis heute schwer belastet.

Peschkow konnte sich mit dem Schleudersitz aus seinem Flugzeug retten, wurde jedoch noch am Fallschirm hängend von turkmenischen Einheiten getötet. Der mutmaßliche Mörder Alparslan Çelik hatte sich kurz nach dem Abschuss des Flugzeugs in einer Videobotschaft mit dem Mord gebrüstet. Çelik kämpft der türkischen Zeitung Hürriyet zufolge seit 2014 in Syrien für die turkmenischen Rebellen gegen das Assad-Regime. Sein Vater ist Ramazan Çelik, ein bekannter MHP-Politiker und ehemaliger Bürgermeister der Stadt Keban in der osttürkischen Provinz Elazığ. Er sagte türkischen Medien, dass er stolz darauf sei, dass sein Sohn zum Kämpfen nach Syrien gegangen ist.

Alparslan Çelik ist seit der Ermordung von russischen Behörden zur Fahndung ausgeschrieben. Erst vor kurzem soll er sich zusammen mit mehreren Mitkämpfern aus Syrien in die Türkei begeben haben und vor wenigen Tagen in Izmir angekommen sein. Bei der Verhaftung sind türkischen Medienberichten zufolge eine Kalaschnikow, zwei Pistolen und große Mengen Munition sichergestellt worden. Dass die Türkei Çelik an Russland ausliefert, ist unwahrscheinlich. Die Türkei liefert keine eigenen Staatsbürger an andere Länder aus.