Im südosttürkischen Diyarbakır hat sich gestern Abend ein Anschlag auf einen Polizeikonvoi ereignet, bei dem 7 Polizisten ihr Leben verloren und 27 Menschen teils schwer verletzt wurden, 14 davon Zivilisten. Einige der verletzten Polizisten schweben noch in Lebensgefahr. Direkt nach dem Anschlag wurden Schussgeräusche vernommen, Informationen über Kämpfe liegen jedoch nicht vor.

Laut dem türkischen Entwicklungsminister Cevdet Yılmaz handelte es sich um einen Anschlag mit einer Autobombe. „Es handelt sich um einen Anschlag auf unsere Nation. Es gibt dabei keinen Unterschied zum Anschlag in Ankara“, so Yılmaz. Das Auto sei auf der Straße in Richtung Şanlıurfa beim Busbahnhof von Diyarbakır geparkt gewesen. Auf Videoaufnahmen vom Anschlagsort ist zu sehen, wie ein Unbekannter das Auto abstellt und den Platz verlässt. Als gegen 17 Uhr Ortszeit ein Konvoi von Polizeifahrzeugen an dem PKW vorbeifuhr, sei die Bombe per Fernzünder ausgelöst worden. Die Detonation war so stark, dass in großem Umkreis um den Anschlagsort Scheiben von Wohn- und Bürohäusern zerbarsten und mehrere Autos schwer beschädigt wurden.

Hinter dem Anschlag soll mutmaßlich die PKK stecken. Bisher hat sie sich jedoch noch nicht dazu bekannt und auch eine offizielle Bestätigung liegt noch nicht vor. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu (AA) berichtet, seien Ermittler dabei, die Identität der Person festzustellen, die das Auto geparkt hat. Dem Korrespondenten der Nachrichtenagentur Doğan (DHA) Canan Altıntaş zufolge handelte es sich um einen Anschlag auf Polizisten aus anderen Städten der Türkei, die zu Einsätzen in den umkämpften Gebieten im Südosten gesandt wurden. Staatspräsident Erdoğan wurde laut AA von Innenminister Efkan Ala über den Anschlag unterrichtet und hat den Opfern sein Beileid ausgesprochen sowie den Verletzten eine schnelle Genesung gewünscht.