Gestern wurden in Istanbul drei Personen wegen des Verdachts festgenommen, Anschläge auf deutsche Einrichtungen geplant und vorbereitet zu haben. Es handelt sich um den irakischen Staatsbürger Ibrahim Ghanem sowie die syrischen Staatsbürger Ali Al-Faradsch und Muhammed Nas. Einem Bericht der Nachrichtenagentur DHA (Doğan Haber Ajansı) zufolge soll es sich bei ihnen um Mitglieder der Terrorgruppe IS handeln.

Als das Auswärtige Amt vergangene Woche die Schließung der Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara sowie des Generalkonsulats in Istanbul samt der angeschlossenen deutschen Schule verfügte, wurde es von türkischen Behörden und Medien heftig für die Entscheidung kritisiert. Als Grund für die Schließung wurden „sehr konkrete Hinweise“ auf bevorstehende Anschläge auf deutsche Einrichtungen in der Türkei angegeben.

In einer schriftlichen Erklärung erhob der Gouverneur von Istanbul Vorwürfe gegen die deutschen Behörden: „Wir beobachten, dass manche ausländische Vertretungen in unserem Land aufgrund von Hinweisen, die der Überprüfung bedürfen, und ohne Einschaltung unserer Behörden Gegenmaßnahmen zu ergreifen versuchen, die auch unsere Öffentlichkeit negativ beeinflussen könnten“, hieß es darin. Einen Tag sprengte sich ein Selbstmordattentäter auf der Istiklal Caddesi in der Nähe der deutschen Schule in die Luft und tötete fünf Menschen.