Anschlag in Ankara im Februar 2016

In der türkischen Hauptstadt Ankara ist es am Mittwochabend zu einer schweren Explosion gekommen. Im zentralen Bezirk Çankaya wurde gegen 18:30 Uhr Ortszeit ein Anschlag auf einen Militärkonvoi verübt, dem Gouverneur von Ankara Mehmet Kılıçdar zufolge mit einer Autobombe. Der Anschlag ereignete sich im Regierungsviertel vor einem Gebäude der Luftwaffe weniger als 4 Kilometer vom türkischen Parlament entfernt und galt Militärfahrzeugen, die Soldaten transportierten. Die Explosion ereignete sich, als die Fahrzeuge an einer roten Ampel stehen geblieben sind.

Laut aktuellen Angaben von Regierungssprecher Numan Kurtulmuş gab es 28 Todesopfer und 61 Verletzte. Laut Kurtulmuş habe der Anschlag einen politischen Hintergrund und müsse mit Unterstützung eines Geheimdienstes durchgeführt worden sein, der bei Planung, Logistik und Sprengstoffbeschaffung geholfen hat.  Die anliegenden Krankenhäuser, in denen die zahlreichen Verletzten versorgt werden, haben zu Blutspenden aufgerufen. Der türkische Generalstab bestätigte, dass Armeeangehörige unter den Todesopfern seien. Ein verdächtiges Paket in der Nähe des Tatortes wurde per Fernzünder kontrolliert gesprengt.

Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu erklärte, er werde auf dem neuesten Stand gehalten und sich in Kürze zum Vorfall äußern. Seine geplante Teilnahme am EU-Gipfel in Brüssel sagte er ab. Auch Präsident Erdoğan sagte einen geplanten Staatsbesuch in Aserbaidschan, der für morgen angesetzt war, ab und berief eine Krisensitzung ein.

Wie bei anderen Anschlägen wurde bereits direkt nach dem Ereignis eine Nachrichtensperre verhängt.

Justizminister Bekir Bozdağ sprach bei Twitter von einem „Terrorangriff“ und verurteilte die Tat. Den Angehörigen der Opfer sprach er sein Beileid aus.

Über die Hintergründe des Anschlags sowie den oder die Täter liegen noch keine Informationen vor.

In Ankara kam es bereits im Oktober zu einem schweren Anschlag. Damals kamen über 100 Menschen ums Leben.


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