Die Südamerika-Reise des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan ist zu Ende, die Nachwirkungen halten aber an.

Die Regierung von Ecuador hat sich über die brutale Vorgehensweise der Security Erdoğans beschwert. Am Freitag wurde deswegen der türkische Botschafter einbestellt. Zudem sei eine Protestnote in Vorbereitung.

Am Donnerstag war es im Rahmen des Staatsbesuchs zu einem Eklat gekommen, als Sicherheitsleute des türkischen Präsidenten eine kleine Gruppe von Demonstranten hart angingen und dabei sogar handgreiflich wurden.

Die Demonstranten, hauptsächlich Frauen, hatten gegen Erdoğan protestiert. Vizeaußenminister Fernando Yepez habe „sein tiefes Unbehagen und seinen Protest ausgedrückt“ und eine Erklärung für den Vorfall verlangt, teilte die Regierung in Quito mit. Gleichzeitig entschuldigte sich der Minister aber auch für beleidigende Ausrufe der Demonstranten.

„In Ecuador herrscht Meinungsfreiheit, es war sicher nicht richtig, was die Demonstranten zum Teil gesagt haben, aber deswegen muss man nicht sofort handgreiflich werden. Das ist eine Unverschämtheit. Wir warten jetzt die Antwort der türkischen Seite ab“, hieß es in der Erklärung des südamerikanischen Landes.

Unabhängig von dem Vorfall betrachte man die Türkei aber als einen wichtigen Handelspartner. Der Handel der Türkei mit dem lateinamerikanischen Kontinent hat sich in den vergangenen zehn Jahren verachtfacht. Die türkische Regierung strebt eine weitere Verdopplung des Handelsvolumens bis 2023 an. Erdoğan hatte außer Ecuador noch Chile und Peru besucht.