Die Kurden-Partei PYD hat keine Einladung zu den für Freitag geplanten Syrien-Verhandlungen in Genf erhalten. „Wir wissen nicht, was passieren wird, aber es ist unwahrscheinlich, dass wir eingeladen werden“, sagte der PYD-Co-Vorsitzende Salih Muslim am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Kurden müssten teilnehmen, um Demokratie, Säkularismus und Freiheit zu garantieren. „Sonst könnten wir am Ende eine Art Islamisches Kalifat oder Emirat haben“, sagte Muslim.

Die Teilnahme der PYD an den Syrien-Gesprächen ist seit Tagen umstritten. Russland fordert als wichtiger Verbündeter der syrischen Regierung, dass die Partei mit am Verhandlungstisch sitzt. Der bewaffnete Arm der PYD ist zugleich in Syrien wichtigster Partner der US-geführten Koalition im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Er kontrolliert große Teile Nordsyriens.

Die Regimegegner lehnen hingegen eine Teilnahme der PYD an den Verhandlungen ab. Sie werfen ihr vor, mit dem Regime zu kooperieren. Zugleich hatte auch die Türkei massive Einwände erhoben, obwohl sie bis vor wenigen Monaten noch enge Beziehungen zu Muslim unterhielt. Bei der PYD handelt es sich um den syrischen Arm der PKK, die von Ankara, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird. Unklar war zunächst, ob die PYD auf andere Art in die Verhandlungen eingebunden wird.