Seit Wochen wurde über den Änderungsentwurf zum Gesetz, das den türkischen Wehrdienst regelt, debattiert. Die erste Version war auf große Kritik gestoßen, vor allem in Deutschland. Nun hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan den Entwurf unterzeichnet, einer Umsetzung steht nichts mehr im Weg.

Demnach werden die 1000 Euro, mit denen man sich als im Ausland lebender türkischer Staatsbürger vom Dienst an der Waffe befreien lassen kann, zur Regel. Zuvor hatte es im Entwurf viele Hürden gegeben, sodass nur wenige von dieser Regelung profitiert hätten. Insbesondere der aus Deutschland stammende Abgeordnete Mustafa Yeneroğlu hatte sich für die Änderungen eingesetzt.

So funktioniert es

Denn diese Hürden wurden nun aufgehoben. Wer sich als türkischer Staatsbürger mindestens drei Jahre lang mit einer Arbeits- oder Aufenthaltserlaubnis im Ausland aufhält, kann sich nun für 1000 Euro vom Wehrdienst freikaufen. Früher betrug die Summe 6000 Euro.

Bürger müssen sich bis zum Ablauf des 38. Jahres beim Konsulat melden und die entsprechenden Nachweise einreichen.

Auch Personen, die in den letzten Wochen einen Antrag gestellt, aber die Summe noch nicht gezahlt haben, werden von der neuen Regelung profitieren. Wer mehr als 1000 Euro bezahlt hat, hat keinen Anspruch auf Erstattung.