Nach dem Anschlag in Istanbul ist gegen zehn Verdächtige Haftbefehl erlassen worden. Ihnen werde „Mitgliedschaft in einer bewaffneten terroristischen Vereinigung“ und vorsätzliche Tötung vorgeworfen, berichtete die Nachrichtenagentur DHA am Sonntag. Sechs weitere Personen seien verhört und dann frei gelassen worden. Zur Nationalität der Verhafteten machte DHA keine Angaben.

Im Zusammenhang mit dem Anschlag waren zuvor nach Angaben von DHA 16, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu 17 Personen vorrübergehend festgenommen worden.

Ein Selbstmordattentäter hatte am Dienstag in der Istanbuler Altstadt zehn deutsche Touristen mit in den Tod gerissen. Nach türkischen Angaben handelte es sich bei dem Täter um einen 27-jährigen Syrer, der Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewesen sei. Der IS hat sich bislang aber nicht zu der Tat bekannt. Auch das Bundeskriminalamt geht von einer IS-Tat aus.

Die zehn deutschen Todesopfer wurden derweil zur Bestattung in die Heimat zurückgebracht. Ein A400M-Transportflugzeug der Luftwaffe landete am Samstagnachmittag mit ihren sterblichen Überresten an Bord auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel.

Die Särge aus hellem Holz wurden in einer Flugzeughalle aufgebahrt und mit Blumen geschmückt. Angehörige konnten dort – abgeschirmt von der Öffentlichkeit – trauern und Abschied nehmen, wie ein Mitarbeiter des Auswärtigen Amts berichtete.

Die Leichen sollen nun obduziert werden. Die Bundesanwaltschaft hatte entschieden, dies in Deutschland vornehmen zu lassen, wie „Der Spiegel“ berichtete.