Der iranische Präsident Hassan Ruhani besucht
Dienstag kommender Woche Papst Franziskus im Vatikan. Das bestätigte
am Montag die iranische Botschaft beim Heiligen Stuhl. Es ist die
erste Europareise des Staatsoberhaupts seit Aufhebung der wegen des
Atomstreits verhängten Sanktionen gegen den Iran. Ruhani war bereits
im November zu einem Besuch in Italien und im Vatikan erwartet
worden. Die Reise wurde jedoch nach den Terroranschlägen von Paris
abgesagt.

Papst Franziskus hatte den Abschluss des Atomabkommens zwischen dem
Iran, den fünf UN-Vetomächten und Deutschland mehrfach begrüßt,
zuletzt bei seiner Neujahrsansprache vor Diplomaten vor einer Woche
im Vatikan.

Das erste Treffen eines iranischen Präsidenten mit dem Papst fand
1999 zwischen Mohammed Khatami und Johannes Paul II. im Vatikan
statt. 2007 traf er auch mit Papst Benedikt XVI. zusammen. Auch nach
der islamischen Revolution 1979 sind die Beziehungen zwischen Teheran
und dem Heiligen Stuhl nicht unterbrochen worden. Der Vorsitzende des
Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, Kardinal Jean-Louis
Tauran, unternahm mehrere Reisen in den Iran, um sich mit
schiitischen Religionsführern zu treffen. (kna/dtj)