Es war irgendwie zu erwarten: Nachdem vergangene Woche eine Person, die sich als Lehrerin ausgab, anrief und es in den folgenden Tagen zu einer großen Diskussion kam, folgte am gestrigen Freitag der nächste Eklat in der „Beyaz Show“.

Einige Zuschauer begannen in der Livesendung unvermittelt, „Lehrerin Ayşe ist nicht allein“ zu rufen und solidarisierten sich somit mit der Anruferin von vergangener Woche, die Ayşe Çelik hieß. Daraufhin protestierten andere, einige Zuschauer wurden gar handgreiflich. Es folgten Tumulte, Moderator Beyazıt Öztürk, von seinen Fans nur Beyaz genannt, sah sich gezwungen, den Programmablauf zu ändern. Es hatte den Anschein, dass er mit solch einem Zwischenfall rechnete.

Er rief der Regie zu, einen Clip einzuspielen. Anschließend performte Showgast Murat Boz ein Lied, über die Slogans verlor Beyaz kein Wort. Kurz danach brach er die Sendung vorzeitig ab.

Was war passiert?

Ayşe Çelik hatte vergangene Woche in der Beyaz Show das Leid im Südosten der Türkei beklagt. Daraufhin wurde sie besonders in regierungsnahen Medien angefeindet. Ihr wurde vorgeworfen, Propaganda für die PKK gemacht zu haben, obwohl sie die Terrororganisation namentlich gar nicht erwähnte. Beyaz war in Verdacht geraten, sie darin unterstützt zu haben, da er sie vom Publikum applaudieren ließ.

Der Moderator der fast zwei Jahrzehnte alten Show entschuldigte sich später. „Mein Hirn hat aufgehört zu arbeiten“, erklärte Beyaz seinen „Blackout“ vor laufender Kamera, dennoch wurden wie auch gegen die Lehrerin Ermittlungen gegen ihn eingeleitet. Selbst Spitzenpolitiker äußerten sich zu der Debatte.