In der Istanbuler Sultanahmet-Moschee kommen heute Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu und der Präsident der türkischen Religionsbehörde Mehmet Görmez zusammen, um dort das Freitagsgebet zu verrichten. Damit solle ein Signal der Entschlossenheit und Anteilnahme gesendet werden. Am Dienstag hatte sich ein Attentäter in der Nähe der Moschee inmitten einer Touristengruppe in die Luft gesprengt und dabei elf Menschen, davon zehn Deutsche, getötet. Türkischen Behördenangaben zufolge handelte es sich bei dem Attentäter um den 28-jährigen Syrer Nabil Fadli, der am 5. Januar als Flüchtling in die Türkei kam und IS-Mitglied war.

Derweil kommen neue Details über den Anschlag in die Öffentlichkeit, die Grund zu großer Sorge bieten. Die İstanbuler Polizei hat mittlerweile sieben Personen festgenommen, davon kamen vier zusammen mit Fadli in die Türkei. Auch sie seien Selbstmordattentäter gewesen und hätten Anschläge in der Türkei geplant. Was alarmieren sollte: Die Terrorgruppe IS hat nach Angaben türkischer Sicherheitskräfte ihre Taktik geändert und tausende von Selbstmordattentätern in die Türkei geschickt, die als Flüchtlinge kamen. Die Türkei geht mittlerweile auch gegen die IS vor, zu der sie lange Zeit eine gewährende Haltung zeigte.