In der nordirakischen Provinz Ninive sollen am Donnerstag
mehr als 30 Lehrer verhaftet worden sein, weil sie sich weigern, nach
den Vorgaben des „Islamischen Staats“ (IS) zu unterrichten. Den
Pädagogen drohe jetzt ein Verfahren vor einem Tribunal des
selbsternannten Kalifats, berichtete der vatikanische Pressedienst
Fides unter Berufung auf lokale kurdische Medien.

Nach der Eroberung Mossuls verbannte demnach die islamistische
Terrormiliz Fächer wie Philosophie, Chemie, Biologie und Mathematik
aus den Schulen und führte stattdessen Kurse über das Religionsrecht
der Scharia und den „Heiligen Krieg“ ein. Schulen mit christlichen
Namen mussten diese laut Fides ändern; der Unterricht der
syrisch-aramäischen Sprache, die von Christen im Gottesdienst benutzt
wird, wurde ebenso verboten wie christlicher Religionsunterricht.

Die Rebellion der Lehrer sei auch als Zeichen der Unzufriedenheit der
Bevölkerung mit dem Kalifat des „Islamischen Staats“ zu deuten, so
der Pressedienst. (kna/dtj)