Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat sich erstmals zur Annäherung zwischen der Türkei und Israel geäußert.

Auf seiner Rückreise aus Saudi-Arabien beantwortete er Fragen mit ihm reisender Journalisten. Eine davon lautete, ob eine Aussöhnung mit Israel auch ohne eine Übereinkunft in der Gaza-Frage möglich sei.

„Unsere Bedingungen sind klar. Entschuldigung, Entschädigung und die Aufhebung der Blockade. Zu letzterem hieß es zuletzt von israelischer Seite, dass über die Türkei Handelsgüter und Baumaterialien in den Gazastreifen gelangen könnten. Wir warten aber noch ab, das muss schriftlich fixiert werden, damit es schwarz auf weiß steht. Ein anderer für uns wichtiger Punkt ist das Ende der Verletzungen und Regelverstöße rund um die Al-Aqsa-Moschee. Israel braucht in der Region ein Land wie die Türkei. Und auch wir müssen uns eingestehen, dass wir Israel brauchen. Das ist eine Realität in der Region. Wenn wir es schaffen, diese Schritte in einem ehrlichen Rahmen zu setzen, wird sich die Lage von alleine normalisieren. Das sind wir unseren Geschwistern in Palästina schuldig.“

Die AKP und allen voran ihr früherer Ministerpräsident Erdoğan setzten in den letzten Jahren auf eine anti-israelische Rhetorik, die Beziehungen zwischen beiden Ländern waren zwischendurch auf dem Tiefpunkt. Grund dafür waren in erster Linie die „One Minute“-Rede von Erdoğan 2009 und die Erstürmung der Mavi Marmara 2010, bei der mehrere türkische Aktivisten durch israelische Soldaten getötet wurden. Seit dem vergangenen Jahr senden beide Seiten Signale zur Wiederannäherung aus. Zuletzt hatte Ömer Çelik, stellvertretender Vorsitzender und Sprecher der AKP erklärt, dass Israel „unser Freund“ sei.