Weltweit sind derzeit über 200 Journalisten entführt oder in Haft. Das geht aus dem am Dienstag in Berlin veröffentlichten ersten Teil der Jahresbilanz zur Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (ROG) hervor. Demnach sind 54 Journalisten vor allem in den arabischen Bürgerkriegsländer Syrien, Jemen, Irak und Libyen entführt. Das sind ein Drittel mehr als Ende 2014. Acht Journalisten sind im Laufe dieses Jahres verschwunden. Über ihr Schicksal liegen ROG nach eigenen Angaben keine verlässlichen Informationen vor.

Im Gefängnis sitzen wegen ihrer Arbeit laut der Organisation derzeit 153 hauptberufliche Journalisten, die meisten davon in China, Ägypten, Iran, Eritrea und der Türkei. Im Vorjahr waren es 178. Mit Blick auf die Gesamtzahl sticht ROG zufolge die Türkei als das Land mit den meisten Fällen heraus. Die Menschenrechtler sehen darin einen „deutlichen Beleg für die Zunahme der staatlichen Repressionen“ in dem Land.

Die Gruppe der Staaten mit den meisten Journalisten in Haft ist ansonsten weitgehend unverändert; allerdings steht nach China mittlerweile Ägypten mit 22 Inhaftierten an zweiter Stelle. Zusätzlich zu den weltweit 153 hauptberuflichen Journalisten sind den Angaben zufolge derzeit 161 Bürgerjournalisten und 14 Medienmitarbeiter inhaftiert.

Den zweiten Teil der Jahresbilanz mit den Zahlen getöteter Journalisten sowie den gefährlichsten Regionen will ROG am 28. Dezember veröffentlichen. (kna/dtj)