Die griechische Regierung hat Bundeskanzlerin Angela Merkel und den türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoğlu eingeladen, über Lösungen in der Flüchtlingsfrage zu sprechen. Ein solches, bereits beim Besuch von Tsipras in der Türkei im November ins Auge gefasstes Treffen könnte nach den Worten von Außenminister Nikos Kotzias Anfang Februar stattfinden, berichtete die griechische Tageszeitung „Kathimerini“ am Montag.

Es sei vorgesehen, dass der griechische Regierungschef Alexis Tsipras mit seinen Gästen auf die Insel Chios reise, damit man sich gemeinsam ein Bild von der Lage vor Ort machen könne. Anschließend sollen die Gespräche im türkischen Izmir fortgesetzt werden. Man wolle in einem Boot übersetzen. Von den Gästen liege eine generelle Zusage zu Gesprächen vor.

Probleme habe Griechenland derzeit vor allem mit Wirtschaftsmigranten aus Algerien und Marokko, sagte Kotzias weiter. „Sie fliegen für nur 50 Euro nach Istanbul, um dann von der türkischen Küste aus nach Griechenland überzusetzen.“ Diese Migranten dürfe man in Istanbul gar nicht erst einreisen lassen.

Über Griechenland gelangen bei weitem die meisten Flüchtlinge nach Europa. In diesem Jahr waren es der Internationalen Organisation für Migration zufolge bereits mehr als 770 000 Menschen, die hauptsächlich von der Türkei aus über das Meer kamen.