Die mutmaßlichen Schleuser der Familie des ertrunkenen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi sollen nach dem Willen der türkischen Staatsanwaltschaft für lange Jahre ins Gefängnis. Die Anklage fordere für zwei syrische Verdächtige jeweils Haft von bis zu 35 Jahren und eine Geldstrafe, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Donnerstag. Ihnen werde neben Beteiligung am Menschenschmuggel vorgeworfen, vorsätzlich den Tod von Menschen verursacht zu haben. Nach sechs weiteren Verdächtigen in dem Fall – zwei Syrer und vier Türken – werde weiterhin gefahndet.

Der Fall des dreijährigen Aylan, der Anfang September im westtürkischen Urlaubsort Bodrum tot an den Strand gespült worden war, hatte weltweit für Entsetzen gesorgt. Die bedrückenden Fotos des toten syrischen Jungen wurden zu einem Symbol der Flüchtlingskrise. Sein Vater Abdullah Kurdi begrüßte das und forderte die Welt auf, sich das Foto anzuschauen, um die Folgen des Krieges in Syrien zu verstehen.

Bei dem Bootsunglück in der türkischen Ägäis waren fünf Flüchtlinge ums Leben gekommen, darunter neben Aylan auch dessen Bruder und Mutter. Die Familie hatte versucht, von der Türkei in die EU zu fliehen. (dpa/dtj)