Russland hat die Türkei vor einer Eskalation der Lage in Nahost gewarnt, etwa durch eine mögliche Entsendung von Soldaten in das Bürgerkriegsland Syrien. Die UN-Vetomacht erwarte, dass die Führung in Ankara in Syrien keine neuen „unbesonnenen Schritte“ unternehme wie etwa zuvor im Irak, sagte UN-Botschafter Witali Tschurkin am Dienstagabend im Sicherheitsrat in New York.

Der Irak hatte die Türkei am Sonntag zum Abzug von rund 150 Soldaten von seinem Territorium aufgefordert. Nach türkischen Angaben handelt es sich bei den Einheiten um Militärausbilder für kurdische Peschmerga-Kämpfer. Er hoffe, dass sich „die Hitzköpfe in Ankara“ wieder abkühlten, sagte Tschurkin der Agentur Interfax zufolge.

Russland liegt mit der Türkei im Streit, weil das türkische Militär ein russisches Kampfflugzeug wegen einer Luftraumverletzung im syrischen Grenzgebiet abgeschossen hat. Regierungschef Dmitri Medwedew bezeichnete den Vorfall als „casus belli“ (Kriegsgrund). Im 20. Jahrhundert wären wegen so etwas Kriege begonnen worden, sagte er dem Staatsfernsehen in Moskau. „Wir hätten der Türkei den Krieg erklären können“, so der russische Regierungschef.

Russland gibt Luftraumverletzung indirekt zu

Außenminister Sergej Lawrow erklärte zudem gegenüber der italienischen Presse, dass Wladimir Putin sich bei Recep Tayyip Erdoğan für eine ähnliche Luftraumverletzung, die am 3. Oktober vorgefallen sei, entschuldigt habe.

Dieser Zwischenfall sei jedoch eine „absolut unbedeutende Verletzung“ gewesen, die von den türkischen Behörden nicht als Aggression seitens Russland habe interpretiert werden können, erklärte Lawrow.

Damit gab er allerdings erstmals indirekt zu, dass Russland am 24. November tatsächlich türkischen Luftraum verletzt hat.