Die Türkei hat kopfschüttelnd auf einen russischen Soldaten reagiert, der auf einem den Bosporus passierenden Kriegsschiff offenbar eine Panzerfaust in Position hielt.

Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu sprach von einer „Provokation“. Das 112,5 m lange Kriegsschiff Caesar Kunikov hatte am Vormittag den Bosporus passiert und sich in Richtung Ägäisches Meer in Bewegung gesetzt.

„Das war heute eine Provokation, eine aufdringliche Durchfahrt, die nicht sein muss. Es ist aber etwas anderes, ob ein russisches Flugzeug unseren Luftraum verletzt oder ein russisches Kriegsschiff den Bosporus durchquert. Hier gibt es klare Regeln, die internationalem Recht unterliegen, unabhängig davon, welchem Land das Schiff gehört. Die Regeln sind im Vertrag von Montreux festgelegt. Ich hoffe dennoch sehr, dass dies heute ein Einzelfall war“, erklärte Çavuşoğlu gegenüber Journalisten.

Binali Yıldırım, Minister für Transport, Seewesen und Kommunikation, sprach gar von einer Verletzung des Vertrags von Montreux.

Die Beziehungen zwischen Russland und der Türkei sind seit dem Kampfjet-Abschuss vor etwa zwei Wochen angespannt. Erste Anzeichen einer leichten Annäherung zwischen den beiden Ländern, wenn auch von russischer Seite dementiert, gab es unter der Woche, als die Außenminister der beiden Länder in Belgrad zusammentrafen.