Angesichts der gegenwärtigen Spannungen zwischen Russland und der Türkei hat US-Präsident Barack Obama beide Länder zum gemeinsamen Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ermahnt. Nach einem Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Paris sagte Obama am Dienstag: „Wir haben einen gemeinsamen Feind. Das ist der IS. Und ich will sicher sein, dass wir uns auf diese Bedrohung konzentrieren.“ Russland und die Türkei sollten daran arbeiten, ihre Spannungen abzubauen.

Obama und Erdoğan trafen sich am Rande des UN-Klimagipfels, zu dem mehr als 150 Staats- und Regierungschefs in Paris sind. Das Verhältnis zwischen Ankara und Moskau ist derzeit durch den Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien erheblich belastet. Der US-Präsident betonte erneut, dass die Türkei das Recht habe, seinen Luftraum zu schützen.

Kremlchef Wladimir Putin warf der Türkei in Paris Komplizenschaft mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor. Mit dem Abschuss habe Ankara den Ölhandel des IS sichern wollen. Die Türkei wies diese Vorwürfe scharf zurück. Erdoğan versicherte, dass sein Land Spannungen mit Russland vermeiden wolle. Die Türkei sei entschlossen, den Kampf gegen den IS voranzutreiben.

Die Welt müsse allerdings auch sehen, dass die Russen bislang in hauptsächlich von Turkmenen bewohnten Gebieten 500 Menschen getötet hätten. Das sei nicht förderlich für den Weltfrieden.