Es war die Nacht zum 23. November 1992, als in der Innenstadt von Mölln (Schleswig-Holstein) zwei Häuser angezündet wurden, in denen türkische Familien wohnten.

Drei Menschen kamen damals im Feuer um, neun wurden verletzt – einige von ihnen schwer. Bahide Arslan (51) ließ gemeinsam mit ihren beiden Enkeltöchtern Yeliz Arslan (14) und Ayşe Yılmaz (10) ihr Leben.

Zwei Neonazis hatten Molotow-Cocktails in die beiden Häuser in der Mühlenstraße geworfen und so den Brand ausgelöst. Wegen Minderjährigkeit musste der eine Täter für 7,5 Jahre ins Gefängnis, der andere bekam 15 Jahre. Beide sind mittlerweile auf freiem Fuß. Das rassistische Verbrechen sorgte damals für bundesweites Aufsehen. Wenige Monate später starben bei einer ähnlichen Tat fünf Menschen in Solingen.

Mit einem interreligiösen Gottesdienst um 16 Uhr in der St. Nicolai-Kirche und einer anschließenden Kranzniederlegung vor dem Bahide-Arslan-Haus in der Mühlenstraße wird heute der Opfer der Anschläge gedacht. Das geht aus einer Verlautbarung der Stadtverwaltung Mölln hervor.

Es sind Ansprachen von Meral Akbilek Koray, Vizekonsulin der Republik Türkei, und Bürgermeister Jan Wiegels geplant.