Ein Liebespaar in Kanada hat auf eine pompöse Hochzeitsfeier verzichtet. Grund dafür sei der Tod des kurdischen Jungen Aylan Kurdi, dessen Leiche vor wenigen Monaten an die türkische Westküste gespült worden war.

Wie BBC Türkçe berichtet, seien Samantha Jackson und Farzin Yousefian aus Toronto mitten in den Hochzeitsplanungen gewesen, als die Welt vom Tod des Jungen erfuhr. Daraufhin hätten sie beschlossen, auf eine Feier zu verzichten und sich mit der Trauung zu begnügen. Das Foto und seine Verwendung hatte für heftige Kontroversen gesorgt.

Darüber hinaus motivierte das Paar die auf der Trauung anwesenden Gäste, sich für die Flüchtlinge einzusetzen und Geld zu spenden. Auch in der Türkei hatte ein Paar mit einer Hilfsaktion weltweit für Aufsehen gesorgt.

Yousefian erklärte dazu: „Wir müssen ständig an die syrischen Familien denken. Sie müssen ständig wichtige Entscheidungen treffen. In der Hoffnung, einer von ihnen ein neues Leben in Toronto ermöglichen zu können, haben wir unseren Hochzeitsplan verworfen.“

Ihr Spendenaufruf sei sehr positiv aufgenommen worden. Bislang seien über 17.000 US-Dollar zusammengekommen. Auch nach der Trauung hätten sich Menschen gemeldet und gespendet. Ihr Ziel sei es, auf insgesamt 20.000 Dollar zu kommen.

Interessant ist die Geschichte des jungen Paares auch deshalb, da Kanada einen Asylantrag der Familie Aylans vor dem Tod des 3-Jährigen abgelehnt hatte. Der Vater lehnte anschließend ein Staatsbürgerschafts-Angebot des Landes ab.

Der neue Premierminister Kanadas, Justin Trudeau, kündigte zuletzt an, dass das Land bis zum Ende des Jahres 25.000 syrische Flüchtlinge aufnehmen werde.