Kurz vor dem G20-Gipfel in der Türkei sind türkische Sicherheitskräfte gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgegangen. Bei einer Razzia in der südosttürkischen Stadt Gaziantep sprengte sich am Samstagabend ein IS-Verdächtiger in einer Wohnung in die Luft, wie das Büro des Gouverneurs mitteilte. Fünf Polizisten seien dabei verletzt worden. Die Wohnung befand sich im 6. Stock eines zehnstöckigen Hauses. In der Provinz Gaziantep hatten Soldaten nur Stunden zuvor vier mutmaßliche IS-Kämpfer bei einem Schusswechsel getötet.

Der G20-Gipfel begann am Sonntag in Belek bei Antalya, mehr als 600 Kilometer von Gaziantep entfernt. Nach der Anschlagserie von Paris ist der Kampf gegen den Terrorismus dominierendes Thema bei dem bis Montag andauernden Treffen. Der Gipfel findet unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. 12 000 Sicherheitskräfte schützen die rund 13 000 Teilnehmer. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, nach der Terrorserie von Paris seien die Vorkehrungen noch einmal verschärft worden.

Bei Razzien in der Hauptstadt Ankara seien am Sonntag sieben IS-Verdächtige festgenommen worden, meldete Anadolu. Der IS wird von den Behörden unter anderem verantwortlich gemacht für den Anschlag in Ankara im vergangenen Monat, bei dem mehr als 100 Menschen starben. Im Gegensatz zu Paris hat er sich dazu allerdings noch nicht bekannt.

Zudem flog die Luftwaffe am Wochenende Angriffe gegen das PKK-Hauptquartier in Kandil. Die PKK-nahe Agentur Fırat berichtete, in der südosttürkischen Stadt Cizre sei bei Gefechten zwischen der PKK und Sicherheitskräften ein Mensch getötet worden. Die Regierung verhängte am Samstagabend eine Ausgangssperre über zwei Stadtviertel, die am Sonntagnachmittag endete. In der südosttürkischen Stadt Silvan wurde eine Ausgangssperre am Samstag nach zwölf Tagen wieder aufgehoben. Fotos der Nachrichtenagentur DHA aus Silvan zeigten Häuser, die durch Beschuss schwer beschädigt wurden.