Elf Tage nach dem überraschend klaren Sieg der AKP bei den Neuwahlen zum Parlament in der Türkei hat die Hohe Wahlkommission (YSK) das amtliche Endergebnis vorgelegt. Die AKP, die Ex-Partei von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, hat nach den am Donnerstag veröffentlichten Resultaten mit 49,5 Prozent der Stimmen 317 der 550 Sitze in der Nationalversammlung in Ankara gewonnen. Damit fehlen ihr nur 13 Abgeordnete für ein Verfassungsreferendum, mit dem die Partei ein umstrittenes Präsidialsystem mit Erdoğan an der Spitze einführen will.

Die wichtigste Oppositionspartei – die Mitte-Links-Partei CHP – gewann 25,32 Prozent der Stimmen und stellt künftig 134 Abgeordnete. Drittstärkste Kraft im Parlament wird die pro-kurdische HDP mit 59 Sitzen, gefolgt von der nationalistischen MHP mit 40 Sitzen.

Je nach Wahlkreis ist eine unterschiedliche Anzahl von Stimmen notwendig, um einen Sitz zu gewinnen. So erklärt sich, warum die HDP mehr Sitze als die MHP gewonnen hat – obwohl die MHP bei den Neuwahlen mit 11,9 Prozent mehr Stimmen als die HDP (10,76 Prozent) einfahren konnte (mehr dazu hier). Die Nationalversammlung ist bis 2019 gewählt.