Der deutsche Bundestrainer Joachim Löw ist seit Donnerstag in Istanbul, um die deutschen Nationalspieler Mario Gomez und Lukas Podolski zu beobachten.

Er besuchte zunächst das Heimspiel von Galatasaray gegen Eskişehirspor (4:0), in dem Lukas Podolski zwar ohne Treffer blieb, aber 90 Minuten durchspielte. Damit ist der türkische Rekordmeister nach durchwachsenem Saisonstart seit acht Spielen ungeschlagen.

Im Anschluss kam Löw mit Galatasaray-Trainer Hamza Hamzaoğlu und Podolski zusammen. „Der Wechsel war richtig, ich riet ihm dazu“, sagte Löw über den Transfer Podolskis nach Istanbul. „Ich kenne Lukas seit 11 Jahren und weiß, was ich an ihm habe. Mit Hamzaoğlu hat er auch einen Trainer, der ihn noch weiterentwickeln kann“, wurde der Weltmeistercoach im hauseigenen Sender GS TV zitiert. Zu Koray Günter, der ebenfalls bei Galatasaray unter Vertrag steht, erklärte er, dass dieser „noch viel an sich arbeiten“ müsse, ihn jedoch weiter im Blickfeld behalte. Günter ist derzeit für die deutsche U20-Nationalmannschaft aktiv, kommt in Istanbul aber noch nicht über die Reservistenrolle hinaus.

Gomez trifft unter den Augen Löws

Am Freitag war der Bundestrainer, der früher selbst in der Türkei arbeitete (Fenerbahçe und Adanaspor), zu Besuch beim Beşiktaş und Mario Gomez. Dabei sah er, wie der aktuelle Tabellenführer knapp die zweite Saisonniederlage verhinderte. Durch einen Elfmeter in der vierten Minute der Nachspielzeit schaffte der Gomez-Klub ein 3:3 gegen Kasımpaşa. Gomez hatte zwischenzeitlich das 2:2 markiert.

Der 60-malige deutsche Nationalspieler hat bereits 9 Tore auf dem Konto und führt damit auch die Torjägerliste in der Türkei an. Löw hatte jüngst betont, dass er den Stürmer auf dem Zettel habe und ihm eine neue Chance geben wolle. Dass er ihn nun persönlich unter die Lupe nahm, dürfte Gomez umso mehr motivieren.

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„Türkei kann wie 2008 für Überraschungen sorgen“

Wie der türkische Fußballverband mitteilte, kam Löw auch mit dem türkischen Fußball-Nationaltrainer Fatih Terim. Sie hätten sich über die Entwicklungen der beiden Nationalteams ausgetauscht und sich gegenseitig Erfolg für die anstehende Europameisterschaft gewünscht. „Ich freue mich wahnsinnig für die Türkei, dass sie sich für die Europameisterschaft qualifiziert haben. Die Türkei war bei den letzten Turnieren nicht dabei. Ich finde es schade, weil die Türkei viel Leben, viel Euphorie und viele Zuschauer in die Stadien bringt.“ Löw traut dem Team von Terim zu, „wie damals 2008 für gewisse Überraschungen zu sorgen“.

Unterdessen wurde bekannt, gegen wen die Türkei ihre Testspiele im November bestreiten wird. Am 13.11. kommt es zum ersten Duell überhaupt gegen Katar, am 17. empfangen Arda und Co. dann Griechenland, das jetzt von Michael Skibbe trainiert wird. Skibbe war zuletzt wegen andauernder Erfolglosigkeit bei Eskişehirspor entlassen worden.

Die Türkei hatte sich jüngst buchstäblich in letzter Sekunde direkt für die EM qualifiziert und umging damit die kraft- und nervenzehrenden Playoff-Begegnungen.