Angesichts einer neuen Gewaltwelle will Israel arabische und jüdische Viertel im Ostteil Jerusalems mit einer Mauer trennen. Das arabische Viertel Issawijeh solle eingezäunt und damit de facto zu einer Enklave in Jerusalem werden, berichtete der israelische Rundfunk am Montag. Teil des Plans sei eine 1,5 Kilometer lange und neun Meter hohe Mauer, deren Baukosten auf umgerechnet 4,6 Millionen Euro geschätzt werden.

Ein anderer Teil des Viertels mit rund 20 000 Einwohnern solle mit Betonblöcken abgesperrt werden. Eine ähnliche Sperre sei zwischen der israelischen Siedlung Armon Hanaziv und den arabischen Vierteln Dschabel Mukaber und Sur Baher geplant.

Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums betonte, es handele sich um reine Sicherheitsmaßnahmen und nicht um einen politischen Schritt.

Israel hat ganz Jerusalem zur „ewigen und unteilbaren“ Hauptstadt erklärt. Die Palästinenser beanspruchen dagegen den von Israel annektierten arabischen Ostteil Jerusalems als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates. Mehr als 40 Palästinenser und 8 Israelis kamen seit Monatsbeginn ums Leben. (dtj/dpa)