Der neue Chef des Bundesamtes für Flüchtlinge verspricht eine weitere Beschleunigung der Asylverfahren.

Doch ist das die Lösung? Solange es Krieg in Syrien gibt, werden noch mehr Menschen kommen. Tag für Tag, Woche für Woche. Das sagen nicht nur die Vereinten Nationen, das sagt der gesunde Menschenverstand.

Wie sich der Druck aufstaut, sieht man derzeit an der Westgrenze der Türkei. Die türkische Polizei hinderte am Montag mehr als 100 Flüchtlinge daran, von Istanbul zur türkisch-griechischen Grenzstadt Edirne zu laufen. Die Sicherheitskräfte hätten den rund 150 Syrern den Weg abgeschnitten, berichtete der Sender CNN Türk. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die Polizei die Flüchtlinge mit Schutzschildern zurückdrängte. Sie hatten zuvor am Istanbuler Busbahnhof ausgeharrt, wo man Syrern Fahrkarten nach Edirne verweigert hatte. In der Grenzstadt selbst warten nach wie vor Hunderte Syrer, die zu Fuß in das EU-Mitgliedsland Griechenland laufen wollen. Die türkischen Behörden riegeln den Landweg zur Grenze hermetisch ab.

In Ungarn kamen in der Nacht erneut Flüchtlinge aus Kroatien an. Allein bei Barcs hätten 800 bis 1000 Menschen die Brücke über den Fluss Drau passiert, berichtete das ungarische Staatsfernsehen. Der Zugang nach Ungarn über Serbien ist den Flüchtlingen durch den neuen Grenzzaun erheblich erschwert.

Der wichtigste serbisch-kroatische Grenzübergang Batrovci-Bajakovo an der Autobahn E70 zwischen Belgrad und Zagreb wurde für den Lkw-Verkehr gesperrt. Nachdem sich eine Abfertigungsschlange von über zehn Kilometern aufgestaut hatte, habe Kroatien den Übergang am Montag geschlossen, berichtete das serbische Staatsfernsehen.

Die evangelischen Kirchen in Deutschland und Schweden zeigten sich beunruhigt über die mangelnde Solidarität zwischen den EU-Staaten in der Flüchtlingspolitik. „Zäune aufzurichten, um den eigenen Wohlstand vor der Not der anderen zu schützen, kann für ein Europa, das sich auf christliche Grundorientierungen beruft, kein Weg sein“, erklärten der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und die schwedische Erzbischöfin Antje Jackelén. (dtj/dpa)