Beim Untergang von zwei Flüchtlingsbooten vor der türkischen Küste sind am Mittwoch mindestens elf Menschen ertrunken. Unter den Toten seien drei Kinder, berichtete die türkische Nachrichtenagentur DHA. Fünf der überwiegend aus Syrien stammenden Flüchtlinge würden noch vermisst. Die Boote seien vom westtürkischen Akyarlar im Bezirk Bodrum aus gestartet und hätten die griechische Insel Kos als Ziel gehabt. Einige Migranten konnten nach dem Unglück zurück zur türkischen Küste schwimmen.

In der griechischen Hafenstadt Piräus kamen am frühen Mittwochmorgen 2500 Migranten an Bord der Fähre „Eleftherios Venizelos“ an. Bereits am späten Dienstagabend hatte die Fähre „Tera Jet“ mehr als 1700 Migranten nach Piräus gebracht, wie die griechische Küstenwache am Mittwoch mitteilte. Die Schiffe hatten die Migranten aus der völlig überfüllten Insel Lesbos abgeholt. Beide Fähren sollten am Nachmittag erneut auslaufen, um weitere Migranten zum Festland zu bringen. In der kommenden Woche soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine dritte Fähre auf dieser Route eingesetzt werden.

Auch am Mittwoch kamen nach Berichten örtlicher Medien Hunderte Menschen aus der Türkei auf den griechischen Ostägäisinseln an. Sie kommen meist mit einfachen Schlauchbooten, die leicht kentern. In den vergangenen Wochen versammelten sich Hunderte Flüchtlinge vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak in Bodrum, um auf die von Schmugglern organisierte Überfahrt nach Kos und Kalymnos zu warten.

Die Türkei hat nach Regierungsangaben rund zwei Millionen Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Nur ein kleiner Teil ist in einem der 25 Flüchtlingslager untergebracht. Außerhalb der Lager sind die Flüchtlinge auf sich alleine gestellt.

Der Weg der Flüchtlinge aus der Türkei führt von Griechenland über Mazedonien und Serbien nach Ungarn und Österreich. Viele der überwiegend syrischen Flüchtlinge wollen weiter nach Deutschland.

Auf Inseln der Ostägäis herrschen teils chaotische Zustände. Hunderte Migranten schlafen im Freien und werden nicht richtig versorgt, weil die Behörden kein Geld haben. Betroffen sind vor allem die Inseln Leros, Kos, Lesbos, Kalymnos, Samos und Agathonisi. Auf Lesbos kam es am Mittwoch erneut zu Protesten Hunderter im Hafen des Hauptortes der Insel Mytilini. Sie forderten mehr Fähren, die sie zum Festland bringen sollen. (dtj/dpa)