Obwohl zahlreiche Charter der Hells Angels in mehreren deutschen Bundesländern verboten und ihnen untersagt ist, Kutten und Abzeichen ihrer Vereine zu tragen, sind die berühmten Motorradrocker in Deutschland ungebrochen präsent und zeigten sich jüngst wieder einmal von ihrer weniger genießbaren Seite.

Wie der Kölner Express berichtete, wurde ein mutmaßlicher Rachefeldzug vereitelt, den türkische Hells Angels der „Hells Angels Turkey Nomads“ am Wochenende in Frankfurt am Main durchzuführen beabsichtigt hätten.

Die Rocker waren aufgebracht, nachdem am 17. Juni am Kölnberg in Meschenich die Söhne eines Kioskbesitzers und dessen 64-jährige Ehefrau bei einer Schießerei verletzt worden waren. Für die Schüsse werden die Hells Angels Frankfurt/M. verantwortlich gemacht, die dem Lager des ebenfalls türkischen obersten Chefs der Rockerbande, Neco Arabacı (43), zugerechnet werden.

Einem Insider zufolge seien, so der Kölner Express, die Hells Angels gespalten. Es gäbe eine Fraktion, die Arabacı gegenüber loyal wäre, andere – in ihrer Tendenz eher undisziplinierte Schläger aus der Türsteherszene – lehnen dessen Führung ab, nennen sich aber auch Hells Angels.

An einer Tankstelle in Mülheim war jedoch Schluss mit der geplanten Spritztour. Ein Passant rief, nachdem er dort 30 Rocker mit entsprechenden Abzeichen gesehen hatte, die Polizei alarmiert. Diese umstellte das Gelände und kontrollierte Maschinen und Personalien. Auch wurden alle Anwesenden, die sich friedlich verhielten, kontrolliert, wobei einer das Fahrziel verriet und bei anderen Drogen und Schlagwerkzeuge vorgefunden wurden. Gegen einen der Anwesenden lag auch noch ein Haftbefehl vor.

Infolge der Kontrolle wurde der geplante Ausflug nach Frankfurt abgebrochen.