Die Türkei hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Terrormiliz IS habe die nordsyrische Grenzstadt Kobane von türkischem Gebiet aus angegriffen. Die Extremisten seien aus Richtung der syrischen Stadt Dscharablus bis nach Kobane vorgedrungen, teilte das Büro des Gouverneurs der Grenzprovinz Şanlıurfa am Donnerstag laut der türkischen Nachrichtenagentur DHA mit. Von Seiten der YPG, einem syrischen Ableger der Terrororganisation PKK, hatte es geheißen, es gebe klare Hinweise, dass die IS-Kämpfer Kobane von der Türkei aus angegriffen hätten.

Mindestens ein Mitglied der Terrormiliz hatte sich am Donnerstagmorgen mit einem Wagen am Grenzübergang selbst in die Luft gesprengt. Dabei wurden Dutzende Menschen getötet oder verletzt. DHA meldete, mehr als 40 Verletzte seien in ein Krankenhaus in der türkischen Grenzstadt Suruç gebracht worden. Die heftigen Kämpfe in Kobane gingen weiter.

In der Stadt an der türkischen Grenze seien seit dem Beginn der neuen IS-Offensive vor über 24 Stunden 120 Zivilisten hingerichtet oder durch Raketen und Heckenschützen getötet worden.

Das erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag unter Berufung auf Einwohner und Rettungskräfte. Die Extremisten waren nach monatelangen erbitterten Gefechten von den Kurden aus Kobane vertrieben worden, starteten am Donnerstag aber eine neue Offensive. (dtj/dpa)