Nach dem Krieg im Gazastreifen im vergangenen Jahr hat eine internationale Geberkonferenz umfangreiche Hilfen zum Wiederaufbau für den in weiten Teilen zerstörten Küstenstreifen zugesagt. Unter ihnen auch Länder wie die Türkei, Saudi-Arabien und Katar. Bei der Konferenz wollte sich die Türkei mit 200 Millionen Dollar an den Hilfsarbeiten beteiligen.

Nach einem Bericht der Weltbank hat die Türkei bislang nur 0,52 Millionen Dollar überwiesen – das sind nur 0,26 Prozent der zugesagten Hilfen bei der Konferenz am 12. November 2014 in Kairo. Ähnlich sieht es bei Saudi-Arabien aus. Obwohl Riad versprochen hatte, 500 Millionen Dollar zu überweisen, kamen von hier nur 48,50 Millionen Dollar (9,7 Prozent) und von Katar 102 Millionen Dollar (10,2 Prozent) statt 1 Milliarde Dollar.

Deutschland hatte 63,32 Millionen Dollar versprochen und bislang 45,09 Millionen Dollar (71,21 Prozent) überwiesen. Frankreich hat sogar von seinen 10,13 Millionen Dollar 100 Prozent überwiesen.

Für Verwirrung sorgte bei der Konferenz, dass die Türkei trotz Einladung ohne Minister an der Konferenz teilnahm. Für die Türkei nahm Can Dizdar, Leiter für Nahost- und Nordafrika im Außenministerium, teil. Aus dem Büro von Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hieß es dazu, dass der Minister während der Geberkonferenz mit Arbeiten in Bezug auf eine Mitgliedschaft der Türkei im UN-Sicherheitsrat beschäftigt war.

Im Gazastreifen warten die Menschen auf dringend benötigte Hilfen. Bei dem Krieg wurden nach UN-Angaben rund 18.000 Häuser teilweise oder ganz zerstört. Seit dem Ende des Krieges am 26. August 2014 sind immer noch über 108.000 Menschen obdachlos. Seit 1967 wurden in keinem Jahr mehr Palästinenser getötet als im vergangenen Jahr. Alleine in Gaza kamen bei dem Krieg über 2.100 Menschen um – über 500 von ihnen waren Kinder.