Der Dienstwagen des Vorsitzenden der Religionsbehörde Diyanet, Mehmet Görmez, hat in der Türkei zu heftigen Diskussion geführt. Es handelte sich hierbei um einen gepanzerten Mercedes S500. Kritiker warfen Görmez Verschwendung vor. Zudem darf der Präsident der türkischen Religionsbehörde nach Vorgaben des Haushaltsplans eigentlich nur einen Dienstwagen zu einem Maximalpreis von 40.000 TL (ca. 14.000 Euro) kaufen.

Nach dem der öffentliche Druck zu groß wurde, entschloss sich Görmez auf den Luxus-Dienstwagen zu verzichten. In einem Fernsehinterview mit dem Sender Habertürk sagte er, er wolle auf den Luxus-Dienstwagen verzichten – „nicht, weil es ein Fehler war, sondern um der Öffentlichkeit eine Lehre zu erteilen (ibret-i alem)“. Er habe dieses Auto bislang nicht benutzt, beteuerte zudem der einflussreiche Theologe.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hielt aber nicht viel von der Idee des Diyanet-Präsidenten aus Rücksicht auf die Öffentlichkeit auf den Mercedes S500 zu verzichten. Er hat, auch wenn es dem gültigen Recht nicht entspricht, den Anspruch von Görmez auf einen Luxus-Dienstwagen öffentlich verteidigt. Seit einigen Tagen spricht Erdoğan von „einer Überraschung“, die auf Görmez warte: Nun sagte der Staatspräsident in einem Fernsehinterview: „Wir wollten wegen der Unhöflichkeit gegenüber unserem Diyanet-Präsidenten ihm eine Geste zeigen. Ich habe heute Morgen mit ihm gesprochen und wir sind uns einig geworden. Der Präsident bekommt einen gepanzerten Mercedes aus dem Inventar des Staatspräsidentenamtes“.

Görmez hat sich bislang nicht zu seinem neuen Dienstfahrzeug geäußert.