Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS; ehem. ISIS) hat sich am Dienstag in einer Erklärung zu dem bewaffneten Angriff auf eine Veranstaltung in Garland/Texas (USA) bekannt, die am Sonntag dort stattgefunden hatte und in deren Rahmen Karikaturen ausgestellt wurden, auf denen der Prophet Muhammad herabgewürdigt werden sollte.

Sollte tatsächlich ein derartiger Hintergrund vorliegen, wäre dies der erste Angriff der Terrormiliz auf US-amerikanischem Boden gewesen und der erste, zu dem die Gruppe sich bekannt hätte. Es besteht allerdings zurzeit eine gewisse Unsicherheit dahingehend, ob die Terrormiliz nicht auf diesem Wege auf einer „Lone Wolf“-Attacke zweier nicht organisierter Extremisten trittbrettfahren wollte.

„Zwei Soldaten des Kalifats führten eine Offensive auf eine Kunstschau in Garland, Texas, aus, die den Propheten Muhammad in negativer Weise porträtierte“, hieß es in der Erklärung. Auffällig an dieser Formulierung ist, dass dieser Darstellung zufolge nach der Nennung des Propheten nicht, wie es unter Muslimen üblich ist, eine Eulogie angefügt worden zu sein scheint.

IS kündigt noch weitere Anschläge an

„Wir verkünden Amerika, dass das, was noch kommen wird, sogar ausgefeilter und bitterer sein wird, und du wirst die Soldaten des Islamischen Staates fürchterliche Dinge tun sehen“, kündigte die Gruppe weiter an.

Der Polizei zufolge hatten sich zwei Männer am 3. Mai dem Konferenzzentrum von Garland genähert, wo gerade die rechtsextreme American Freedom Defense Initiative ihre Ausstellung abhielt, und das Feuer auf einen Sicherheitsmann eröffnet. Polizeibeamten gelang es daraufhin, beide Angreifer auszuschalten.

US-Medienberichten zufolge soll es sich bei den getöteten Angreifern um den 31-jährigen Elton Simpson und den 34-jährigen Nadir Soofi handeln, die gemeinsam ein Apartment in Phoenix, Arizona bewohnten.

Muslimische Verbände forderten im Vorfeld zum Ignorieren der Veranstaltung auf

Gegen Simpson lief eine Ermittlung seitens des FBI, weil dieser konkrete Pläne geschmiedet haben soll, nach Somalia zu reisen und dort im „Djihad“ zu kämpfen.

Muslimische Organisationen in den USA hatten bereits im Vorfeld dazu aufgerufen, die Veranstaltung zu ignorieren. Alia Salem von der Ortsgruppe Dallas des Council on Islamic Relations rief etwa dazu auf, der Urheberin Pamela Geller nicht durch Proteste oder überhaupt irgendwelche Reaktionen „die Aufmerksamkeit zuteilwerden zu lassen, die sie erreichen wolle“.

Linda Sarsour, eine muslimische Gemeindeleiterin aus New York, hatte geäußert: „Ich habe immer für ihr [Gellers] Recht gekämpft, eine eifernde Fanatikerin zu sein, und ich habe das Recht, ihrem Fanatismus mit meiner eigenen Rede zu antworten.“