Der ehemalige Chef des türkischen Geheimdienstes MIT,  Hakan Fidan, hat seine Kandidatur für die Parlamentswahl in der Türkei zurückgezogen. Fidan sei von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu wieder zum Chef des Geheimdienstes ernannt worden, teilte der Vizeregierungschef Bülent Arınç den Medien am Montagabend mit.

Fidan war Anfang Februar von seinem Posten zurückgetreten, weil er zur Parlamentswahl am 7. Juni für die Regierungspartei AKP kandidieren wollte. Davutoğlu hatte den Schritt begrüßt, Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan ihn hingegen öffentlich kritisiert.

Fidan war seit 2010 Chef des MIT und spielte eine wichtige Rolle in den Verhandlungen mit dem inhaftierten Chef der Terrororganisation PKK, Abdullah Öcalan. Zuvor arbeitete er als Erdoğans Berater. Der Geheimdienstler galt hinter den Kulissen lange als Nachfolger für das Amt des neuen Ministerpräsidenten. (dtj/dpa)