Der Wirtschaftsverband in Niedersachsen WIN e.V. hat vom 05.05. bis 09.05.2014 an der Delegationsreise des niedersächsischen Ministerpräsidenten Herr Stephan Weil in die Türkei teilgenommen. Die 90-köpfige Wirtschaftsdelegation bestand aus Honoratioren aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aus ganz Niedersachsen. Etablierte und aufstrebende Unternehmen waren ebenso in der Delegation zu finden wie Repräsentanten öffentlicher Einrichtungen.

Bei der Reise kam es zu interessanten Begegnungen zwischen niedersächsischen und türkischen Firmen. Die Teilnehmer, unter ihnen auch der Oberbürgermeister von Hannover, Stefan Schostok, verfolgten das Ziel, die Handelsbeziehungen und die wissenschaftlichen Kontakte zu beiderseitigem Nutzen auszubauen und alle Initiativen für die Entwicklung einer langjährigen wechselseitigen Zusammenarbeit zu unterstützen.

Die Reise führte Ministerpräsident Weil und seine Begleiter unter anderem nach Konya, nach Ankara und nach Istanbul. In der spirituellen Hauptstadt der sufistischen Mystik im Zentrum Anatoliens wurde ein Absichtsprotokoll unterzeichnet, das den Weg hin zu einer Städtepartnerschaft zwischen Konya und Hannover ebnen soll. Neben dem kulturellen und wissenschaftlichen Aspekt soll dabei auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit einen Schwerpunkt bilden. In diesem Zusammenhang möchte auch die WIN ihre fachliche Kompetenz und ihre Vernetzungskapazitäten in die Waagschale werfen.

Kernländer der Landwirtschaft

Generell zeigte sich die Delegation beeindruckt von der Erkenntnis, wie positiv sich die Wirtschaftsstruktur im Land entwickelt hat und wie viele Möglichkeiten, geschäftliche Beziehungen nach Niedersachsen zu knüpfen, dieser Aufwärtstrend bietet. Was vor allem an Konya aus Sicht der Delegation so bemerkenswert war, ist, dass die Provinz und das Land Niedersachsen im Agrarbereich ähnlich strukturiert sind: Konya ist türkeiweit die Nummer eins bei der Produktion von Eiern, Geflügel und weiterem Fleisch, Weizen und Zucker; Niedersachsen ist auf den gleichen Gebieten eines der bedeutendsten Agrarländer in der Bundesrepublik.

Geschäftsführer Erden Kivrak vom WIN e.V. umschreibt die Ambitionen seines Vereins im Zusammenhang mit dieser Reise wie folgt: „Der WIN fühlt sich als niedersächsische Wirtschaftsvereinigung berufen, einen Beitrag zu diesen wirtschaftlichen Beziehungen zu leisten. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unseren ausgezeichneten Netzwerkkontakten in die Türkei, unserer Kompetenz und Projekterfahrungen in der Internationalisierung von KMUs bei den Wirtschaftsbeziehungen von Niedersachsen und Konya einen positiven Beitrag leisten können.”

In Konya unterzeichnete Weil mit dem Gouverneur der Provinz, Muammer Erol, eine gemeinsame Erklärung mit dem Ziel, die Kontakte zwischen Konya und Niedersachsen zu vertiefen und insbesondere die Zusammenarbeit auf den Gebieten der Wirtschaft, Wissenschaft und Technik sowie der allgemeinen und beruflichen Bildung und im Sport zu fördern.

Geste der Entspannung nach Wirbel um Gauck

Auch Gespräche mit weiteren politischen Verantwortungsträgern standen auf dem Programm. So traf sich Ministerpräsident Weil unter anderem mit dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül und mit Premierminister Recep Tayyip Erdoğan. Bereits zu Beginn der Reise hatte es auch Gespräche mit Wissenschaftsminister Fikri Isik, Wirtschaftsminister Nihat Zeybekçi und dem Minister für die Europäische Union, Mevlüt Çavuşoğlu, gegeben. In seiner Funktion als Bundesratspräsident legte Weil in Ankara auch einen Kranz am Atatürk-Mausoleum Anitkabir nieder.

An der Juristischen Fakultät der Istanbul Kültür Üniversitesi hielt Ministerpräsident Weil zudem eine Rede. Daneben sprach er noch mit Vertreterinnen und Vertretern der türkischen Zivilgesellschaft und besuchte in Istanbul ansässige deutsche politische Stiftungen.

Nach den umstrittenen Aussagen des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck an der Technischen Universität des Nahen Ostens in Ankara im Rahmen seines Türkeibesuches vor wenigen Wochen trugen die Visite Weils und dessen Gespräch mit Premierminister Erdoğan wieder zu einer Entspannung in den deutsch-türkischen Beziehungen bei.