Der Vorsitzende der oppositionellen Cumhuriyet Halk Partisi (Republikanischen Volkspartei, CHP) in der Türkei, Kemal Kılıçdaroğlu, wurde am heutigen Dienstag zum Opfer eines gewalttätigen Übergriffs.

Der Vorsitzende der oppositionellen Cumhuriyet Halk Partisi (Republikanischen Volkspartei, CHP) in der Türkei, Kemal Kılıçdaroğlu, wurde am heutigen Dienstag zum Opfer eines gewalttätigen Übergriffs. Auf seinem Weg zum wöchentlichen Treffen der Parlamentsfraktion wurde er von einem jüngeren Mann angegriffen und ins Gesicht geschlagen.

Der Angriff fand vor den Räumlichkeiten der prokurdischen Barış ve Demokrasi Partisi (Partei für Frieden und Demokratie, BDP) statt, an denen Kılıçdaroğlu vorbeischreiten musste, um zum Veranstaltungsort des Treffens zu gelangen, in dessen Rahmen man die Kommunalwahlergebnisse analysieren wollte.

Die BDP bestritt umgehend jedwede Beteiligung an dem Übergriff und jedwede Beziehung zum bald darauf festgenommenen Tatverdächtigen, der von Kılıçdaroğlus Leibwächtern gestoppt werden konnte.

In der Tat scheinen die bisherigen Ermittlungsergebnisse eher auf einen ultranationalistischen Hintergrund hinzudeuten. Bei den Polizeibehörden wurde eine Person namens Orhan Övet als Verdächtiger verhört, der Mitglied der Alperen Ocakları sein soll, der Jugendorganisation der Büyük Birlik Parisi (Partei der Großen Einheit, BBP).

Kılıçdaroğlu selbst äußerte in seiner ersten Ansprache vor der Parlamentsfraktion nach den Kommunalwahlen, er werde nicht von einem Schlag in die Knie gehen.

Premierminister Recep Tayyip Erdoğan verurteilte den Übergriff auf den CHP-Vorsitzenden scharf und wünschte ihm gute Besserung.