M. Baklan, F. Egle, U. Hochmuth, J. Beverungen

Erst drei Jahre ist die Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) in Mannheim alt und bereits jetzt freut sich die private Einrichtung über 400 Studentinnen und Studenten.

Seit kurzem ist mit Mustafa Baklan (li.) nun auch ein bedeutender deutsch-türkischer Unternehmer Ehrensenator der Hochschule. Mit seinem Unternehmen Kardeşler/Baktat International war Mustafa Baklan der erste Partnerunternehmer der HdWM und hat deren Studenten von Anfang an mit Stipendien, Praktika und Veranstaltungen unterstützt. Die Hochschule profitiert, so heißt es in einer Erklärung, zudem von seinem Netzwerk sowie von dem unter seinem Vorsitz gegründeten Deutsch-Türkischen Institut für Arbeit und Bildung e.V. (DTI) an der HdWM.

„Mein Unternehmen will eine Brücke sein zwischen Deutschland und der Türkei“, erklärt Baklan. Dass dies nicht nur Worte sind, zeigt sein großes Engagement für die deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen. „Aktuell beläuft sich unsere Produktpalette auf ca. 3000 Artikel. Wir beschäftigen inzwischen in unseren 12 Firmen rund 1500 Mitarbeiter. Unsere Produkte werden in über 50 Ländern angeboten“, sagt Baklan nicht ohne Stolz.

Aus einem kleinen türkischen Lebensmittelgeschäft im Mannheimer Jungbusch hatte Baklan in wenigen Jahren einen weltumspannenden Konzern geschmiedet. Dabei war ihm der Erfolg nicht in die Wiege gelegt: Als 16-jähriger kam er 1972 aus der Türkei nach Deutschland, wo sein Vater als einer der ersten Gastarbeiter schon lebte. Er begann als Hilfsarbeiter im Mannheimer Großmarkt und lernte dort den Handel mit Lebensmitteln kennen.

1986 eröffnete er mit seinem Bruder einen kleinen türkischen Laden. Um sich auf dem Markt etablieren zu können, entstand nach sieben Jahren Erfahrung die Marke BAKTAT, die heute den Markt für türkische Lebensmittel in Europa beherrscht. Doch Mustafa Baklan ist bescheiden geblieben: Fast jeden Tag kann man ihn morgens um fünf Uhr auf dem Mannheimer Großmarkt in den BAKTAT-Hallen antreffen.

Unternehmerische Verantwortung wird groß geschrieben

Und er ist ein Familienmensch: Über 30 Familienmitglieder, die er für sein Unternehmen begeistern konnte, arbeiten in der Firmengruppen mit. Auch seiner gesellschaftlichen Verantwortung ist er sich bewusst. Den deutsch-türkischen Unternehmerverband hat er genauso mitbegründet wie die „Bildungsbrücke“. Diese Initiative unterstützt Schulen in der Türkei.

Baklan begründet sein Engagement aus seinem unternehmerischen Ethos heraus: „Mein Leitgedanke ist, dass ein Unternehmer verantwortungsbewusst seinem Umfeld gegenüber handeln muss. Als türkischstämmiger deutscher Unternehmer trage ich selbstverständlich auch Verantwortung, sowohl der türkischen als auch der deutschen Gesellschaft gegenüber“.

In seiner Laudatio würdigte der Gründungspräsident der HdWM, der renommierte Arbeitsmarkt- und Berufsforscher Prof. Dr. Franz Egle, die außerordentlichen Verdienste von Baklan um die Hochschule und unterstrich die wesentliche Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen der Hochschule, dem Land Baden-Württemberg und der Wirtschaft für die Entfaltung der Potenziale im Land. Dass Unternehmen wie jenes von Mustafa Baklan in den Betrieb und die Abläufe der Studiengänge eingebunden sind, helfe zudem den angehenden Absolventen: „Mit einem dieser Unternehmen wird später eine Fördervereinbarung abgeschlossen, die eine intensive Betreuung und Förderung mit einschließt. Bei Erfolg und Eignung können die Studienabgänger direkt in Einstiegspositionen im Management des Partnerunternehmens übernommen werden.“

Kleine Klasse, überschaubare Gebühren

Die staatlich anerkannte HdWM setzt auf ein konzentriertes, qualitativ hochwertiges Bachelor-Studium mit Schwerpunkt Betriebswirtschaftslehre. Sie bietet als Studiengänge Management und Unternehmensführung, Beratung und Vertriebsmanagement (bundesweit übrigens singulär), Management in International Business als englischsprachigen Studiengang sowie ab Herbst 2014 auch ITN Dienstleistungsmanagement (B.Sc.) an.

Wichtige Merkmale des Studienbetriebs, so Dr. Egle, seien kleine Klassen von maximal 30 Kursteilnehmern, intensive Betreuung durch Professoren und eine enge Kooperation mit regionalen Unternehmen. Praxisnähe in der Lehre werde durch Einbindung von Fach- und Führungskräften aus den Partnerunternehmen gewährleistet. Mit diesem Modell biete die Hochschule gleichzeitig Lösungsansätze für die gravierenden Engpässe auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft.

Der Wissenschaftsrat bewertete das neuartige Hochschulkonzept der HdWM als „innovative Mischform zwischen einer klassischen Fachhochschule und einer Dualen Hochschule“ mit Vorteilen sowohl für Absolventen der HdWM als auch im Besonderen für mittelständische Unternehmen. Mit der Universität Mannheim, der Hochschule Ludwigshafen sowie drei ausländischen Universitäten bestehen Kooperationen.

Auch die Kosten bleiben überschaubar: Für ideale Studienbedingungen bezahlen Studentinnen und Studenten monatlich nicht mehr als 250 Euro.